Für Männer mit Beschwerden des unteren Harntrakts gibt es eine Reihe von Optionen. Sie reichen vom beobachtenden Abwarten, bis zur transurethralen Resektion der Prostata. Auch medikamentöse Therapien sind eine Option.

Wissenschaftler haben nun ein Programm zum Selbst-Management von Beschwerden des unteren Harntrakts bei Männern entworfen. Dazu gehört unter anderem, den Männern verschiedene Verhaltenstechniken beizubringen. So lernen sie zum Beispiel, ihre Flüssigkeitsaufnahme und –ausscheidung zu bilanzieren, Koffein und Alkohol zu vermeiden sowie bestimmte Techniken des Blasentrainings. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob dieses Programm den Männern effektiv Hilfe bringen kann.

140 Männer im Durchschnittsalter von 63 Jahren nahmen zwischen Januar 2003 und April 2004 an dieser Studie teil. Alle litten an unkomplizierten Beschwerden des unteren Harntrakts. Randomisiert wurden die Männer mit den üblichen Methoden therapiert (67 Männer) oder erhielten zur Standardbehandlung auch noch das oben beschriebene Trainingsprogramm (73 Männer), das in drei Sitzungen vermittelt wurde.

Drei Monate nach Studienbeginn hatte die Behandlung bei 27 (42 Prozent) der Patienten unter Standardbehandlung versagt. Unter dem speziellen Trainingsprogramm versagte die medizinische Behandlung aber nur bei sieben (zehn Prozent) der Männer. Dies entspricht einem Unterschied von 32 Prozent. Sechs Monate nach Beginn der Therapie betrug der Unterschied in Bezug auf das Therapieversagen zwischen beiden Gruppen 42 Prozent, nach zwölf Monaten betrug der Vorteil für die Selbst-Managementgruppe sogar 48 Prozent.

Deutlicher Vorteil für das Selbst-Managementprogramm auch beim „international prostate symptom score“: Nach drei Monaten lag der Wert unter der alleinigen medizinischen Therapie bei 16.4 Punkten und bei 10.7 unter dem Selbst-Managementprogramm. Die Unterschiede nach sechs beziehungsweise zwölf Monaten: 6.5 beziehungsweise 5.1 Punkte.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 25