Unbestritten ist, dass hohes Übergewicht mit einem Body Mass Index von mehr als 30kg/m2 die Mortalität erhöht. Umstritten ist jedoch, ob auch leichteres Übergewicht – BMI zwischen 25kg/m2 und 30kg/m2 – das Risiko erhöht, vorzeitig zu sterben.

Wertvolle Daten kommen jetzt von einer Studie des National Cancer Institute. Wissenschaftler analysierten die Zehn-Jahres-Daten der prospektiven „NIH-AARP Diet and Health study“. 527.265 US-Amerikaner im Alter zwischen 50 und 70 Jahren hatten sich 1995 und 1996 für diese Untersuchung gewinnen lassen. Man erhob sehr umfangreiche Daten von ihnen, unter anderem soziodemographische.

Während des Nachbeobachtungszeitraums starben bis zum Jahre 2005 61.317 Teilnehmer. Als man die Todesfälle mit dem zuvor erhobenen BMI verglich, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen diesem Body Masss Index und der Gesamtmortalität: Dieser Zusammenhang ist U-förmig. Jeweils in den höchsten und niedrigsten Bereichen des BMI war die Mortalität am höchsten, und zwar völlig unabhängig vom Geschlecht und der ethnischen Zugehörigkeit der Probanden.

Dieser Zusammenhang ist am deutlichsten sichtbar bei gesunden Menschen. Leicht übergewichtige Menschen, die gesund sind und nie rauchten, haben ein 20 bis 40 Prozent höheres Mortalitätsrisiko als gesunde Nichtraucher mit Normalgewicht.

Wahrscheinlich führen bestimmte pathophysiologische Prozesse dazu, dass selbst leicht übergewichtige Menschen ein erhöhtes Mortalitätsrisiko haben. Dazu gehören etwa die veränderte Insulinresistenz sowie Veränderungen im Hormonspiegel und Lipidstoffwechsel. Allerdings weisen die Autoren auch darauf hin, dass bereits leichte Verbesserungen im Gewicht beziehungsweise dem Ernährungsverhalten das Mortalitätsrisiko senken können.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2006, Vol. 355, S. 763-778