Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Die Albuminurie ist ein Marker renaler und systemischer vaskulärer Erkrankungen. Möglicherweise sind auch Mikroalbuminurien im unteren Bereich der Nachweisbarkeit Marker eines erhöhten kardiovaskulären Risikos. Dieser Zusammenhang ist bislang nur unzureichend untersucht worden.

Näheres sollte jetzt die Prevention of Events with an ACE inhibitor (PEACE)-Studie unter der Leitung von Dr Scott Solomon vom Brigham and Women's Hospital, Boston, zeigen. 8.290 Patienten im Alter über 50 Jahre nahmen daran teil. Randomisiert erhielten sie Trandolapril oder Placebo wegen einer nachgewiesenen Erkrankung der kardialen Gefäße, aber normaler linksventrikulärer Auswurffraktion. 73 Prozent der Probanden hatten zu Beginn der Studie eine normale Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin von weniger als 17 Mikrogramm/Milligramm bei Männern und weniger als 25 Mikrogramm/Milligramm bei Frauen.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von 4,8 Jahren zeigte sich, dass eine höhere Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und Risiko eines kardialen Todes anzeigt (p kleiner 0.01), und zwar auch dann, wenn sie im normalen Bereich liegt und unabhängig von der glomerulären Filtrationsrate. Auch die Gesamtmortalität ist dann erhöht (p kleiner 0.001).

Der Grad der Albuminurie oder Mikroalbuminurie hatte keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Trandolapril. Umgekehrt allerdings gilt: Dieser Wirkstoff senkt die Albuminurie-Kreatinin-Ratio signifikant (12,5 versus 14,6 Mikrogramm/Milligramm, p gleich 0.0002).

Die Mortalität war zudem bei jenen Probanden erhöht, die an Diabetes mellitus litten (p gleich 0.002) oder rauchten (p kleiner 0.001). Der Body Mass Index dagegen hatte keinen Einfluss auf dieses Risiko.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2007, Vol. 116, S. 2687-2693