25.07.2005

Spectaris e.V., Industrieverband

Seminar "Medizinische Hilfsmittel im Wandel"

Welche Möglichkeiten bestehen, mit dem zunehmenden Wegfall von GKV-Zuschüssen umzugehen, war zentrales Thema der Veranstaltung „Medizinische Hilfsmittel im Wandel: zwischen Festbetrag und Markterweiterung“ am 07. Juni 2005. Zu dieser erstmalig stattfindenden Zusammenkunft kamen Vertreter der unterschiedlichsten Bereiche der Hilfsmittelbranche mit Vertretern aus Medien und Politik zusammen, um in der Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin gemeinsam nach zukunftsweisenden Wegen in Zeiten des Umbruchs zu diskutieren.

Die Veranstaltung begann mit dem Bereich der Augenoptik, der den Wegfall von Zuschüssen bereits in vorangegangener Zeit erlebt hat und dadurch in der Folge in vielen Bereichen einem Wandel unterlegen war. Die Vorträge von Anton Kuhn (Carl Zeiss Vision) und Till Herzog (GfK) zum Thema stellten einen interessanten Ausgangspunkt für den weiteren Verlauf der Veranstaltung dar. Der anschließende Vortrag von Tino Pagano (selbständiger Trainer) leitete dann den zentralen Themenschwerpunkt der medizinischen Hilfsmittel ein und stellte die Dimension des Handels bei seinem Vortrag in den Vordergrund. Dr. Falk Berster (Otto Bock) stellte das fortschrittliche Unternehmen Otto Bock vor. Dieses beeindruckende Beispiel zeigt, dass man trotz einer Kontinuität in der Führungsebene seiner Zeit voraus sein kann: das seit über 85 Jahren bestehende und in der dritten Generation geführte Unternehmen konnte sich mit innovativen Produkten auf dem Markt fest etablieren.

Auch der mit der Fokussierung auf zukunftsweisende Produkte einhergehende Imagewandel des Unternehmens wurde anschaulich dargestellt. Der anregende Vortrag hat insgesamt gezeigt, dass auf dem Weg zum Erfolg auch Hindernisse überwunden werden müssen, aus denen man jedoch wertvolle Erfahrungen schöpfen kann.

Am frühen Nachmittag wurde dann das „Heilmittelwerbegesetz“ von Frau Andrea Schmitz (BAH) vorgestellt, die anhand lebhafter Beispiele die relevanten Stellen der Gesetzgebung herausgearbeitet hat. Sie hat in Ihrem Vortrag auf die Besonderheiten des Gesetzes hingewiesen und Tipps gegeben, wie Unternehmen Produkte vermarkten können, ohne den Einschränkungen des Gesetzes zu unterliegen. Interessant war auch ein Ausblick auf die 14. Novelle des Gesetzes, die Ende Oktober in Kraft treten soll und in der vorgesehen ist, das Angebot von Rabatten für Endverbraucher von Medizinprodukten zu erlauben. Herr Dr. Stikklas (Econt) hat im Anschluss über den Wandel im Gesundheitssystem berichtet und ein zunehmendes Qualitätsbewusstsein des Verbrauchers festgestellt.

Auch die immer sichtbar werdende Segmentierung der Kunden hin zu Gruppen mit verschiedensten Ansprüchen kam zur Sprache. Es wurde deutlich, dass der Wandel beim Verbraucher einen klaren Wandel in den Vermarktungsstrategien der Hilfsmittelbranche nach sich ziehen muss. Im Anschluss an die Vortragreihe fand eine Pandeldiskussion mit den beteiligten Referenten statt, zu der auch das Auditorium herzlich zum Mitmachen eingeladen war. Die Runde wurde von dem Moderator der Veranstaltung, Thomas Prinzler (Wissenschaftsredaktion des rbb Inforadios) übernommen.

Zur Einstimmung in die Diskussionsrunde wurde es philosophisch: Ist der Mensch zu einem „Cyborg“ geworden, der die Möglichkeit hat, sich aus einem Ersatzteillager schier endlos zu bedienen? Diese Frage wurde von den Teilnehmern jedoch sehr konform beantwortet, da Einigkeit über den Sinn und die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen bestand. Ein interessanter Aspekt dieser Fragestellung bestand darin, dass über diesen Weg eine Diskussion über die Zielgruppe der Hilfsmittelkonsumenten entstand, die hin zu Einschränkungen aber auch Chancen der Produktvermarktung führte und wichtige Anregungen gab.

Das Schlusswort zur Veranstaltung wurde von Frau Sabine Mertsch (Meyra) übernommen, die die Veranstaltung noch einmal aus Sicht der Branchenvertreter rekapitulierte und auch auf die zukunftsweisenden Aspekte der Veranstaltung hinwies. Da sie auch die Begrüßungsworte gehalten hatte, bildeten ihre Worte einen schönen Abschluss der gelungenen Veranstaltung. In ihrer Funktion als Hilfsmittelbeauftragte von SPECTARIS wies sie auf die für die Branche relevanten Aspekte hin und stellte heraus, dass eine Nutzung der Veranstaltung auch im Rahmen der politischen Einflussnahme stattfinden müsse.


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SPECTARIS. Deutscher Industrieverband für optische,
medizinische und mechatronische Technologien e.V.
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