07.11.2005

Molzym GmbH & Co. KG

Sepsis-Diagnostik: Sensitive, zuverlässige PCR-Analytik endlich Verfügbar

„Die PCR ist in vielerlei Hinsicht geradezu Ideal für die Sepsis-Diagnostik. Größter Vorteil ist jedoch, das die Ergebnisse dem behandelnden Arzt viel früher zur Verfügung stehen als dies bisher der Fall ist“, so der verantwortliche Produktmanager der Bremer Molzym GmbH, Herr Herrmann. In der Tat, die Ergebnisse liegen bereits nach vier bis sechs Stunden vor, im Vergleich von 24 Stunden bis hin zu drei Tagen mit herkömmlichen Methoden. Dies stellt einen erheblichen Vorteil, bei der Entscheidung über therapeutische Maßnahmen dar. Darüber hinaus ist der Erregernachweis auch in Fällen, in denen bereits mit einer Antibiotikatherapie begonnen wurde, unproblematisch. Mit Hilfe der heute üblichen Blukulturdiagnostik wird dadurch die Diagnose häufig beeinträchtigt und verzögert.

Nun stellt sich die Frage, warum diese Art der molekularen Diagnostik nicht schon längst ihren Einzug in die klinischen Labors gehalten hat? Da eine Sepsis bereits durch wenige Keime ausgelöst wird, ist eine hochsensitive Analytik erforderlich. Bisher galt als Faustformel jedoch: Umso sensitiver die PCR-Analytik, desto unzuverlässiger die Ergebnisse. „Es ist uns gelungen sowohl die Sensitivität, als auch die Zuverlässigkeit der Diagnostik entscheidend zu verbessern. Dadurch wird die PCR-Analytik den Anforderungen der Routinediagnostik endlich gerecht“, so Herr Herrmann weiter.

Dies ist durch einen völlig neuen Lösungsansatz möglich geworden. Es wurde nicht versucht, die zahlreichen, zum Teil systemimmanenten Probleme, die bei der PCR-Analytik auftreten können, einzeln zu lösen. Stattdessen wurde eine Lösung entwickelt, die das Auftreten der Fehlerquellen von vorn herein ausschließt. Durch den Einsatz eines neuartigen, prä-analytischen Tools, also ein der PCR-Analytik Vorgeschaltetes Verfahren, wurde dies möglich. Weitere Vorteile bieten auch die einfache Handhabung und schnelle Durchführbarkeit der Methode. Zudem kann es in Kombination mit nahezu jedem PCR Assay verwendet werden, und auch der Einsatz in bestehenden, automatisierten Systemen gestaltet sich unproblematisch. Das Verfahren wurde gemeinsam mit klinischen Forschungseinrichtungen und Instituten entwickelt und ist inzwischen als kommerzielles Kit unter dem Namen MolYsis verfügbar.

Derzeit wird das Verfahren in einer vom Land Bremen geförderten, präklinischen Studie in der klinischen Routine erprobt. Darüber hinaus haben bereits verschiedene europäische Kliniken und Blutbanken begonnen, das Verfahren in Vergleichsstudien zu testen. „Wir sind überwältigt vom Anklang den unsere Arbeit findet“, freut sich Herr Herrmann. Anwender aus der Praxis finden laufend neue Anwendungsbereiche neben der Sepsis-Diagnostik. Auf Blutprodukte, Biopsien, aber auch Transplantate wie Herzklappen wird das Verfahren derzeit angepasst.