Prof. Dr. Mark Olfson von der Columbia University in New York City, USA, hat auf dem Kongress der "American Psychiatric Association's 58th Institute on Psychiatric Services" eine Studie vorgestellt, für die er Daten aus verschiedenen Datenbanken zusammengesucht hatte.

Unter dem Strich hat Prof. Olfson herausgefunden, dass in den USA die Zahl der Selbstmordversuche bei Jugendlichen seit den 80er Jahren langsam aber stetig zurückgeht. Zugleich bekommen immer mehr Kinder und Jugendliche antidepressiv wirksame Medikamente verschrieben, vor allem seit Einführung der Wirkstoffgruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer(SSRI). Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in den USA, die depressive Beschwerden haben, erhalten antidepressive Medikamente. Daraus kann man schließen, so der Studienleiter, dass Antidepressiva die Suizidrate senken halfen.

Interessant aber auch der Blick auf die vollendeten Suizide bei jenen Jugendlichen und Erwachsenen, die kurz zuvor stationär behandelt worden waren und ein Medikament aus der Gruppe der SSRI bekommen hatten. Wie man weiß, ist eine stationäre Krankenhausbehandlung wegen Depressionen ein Risikofaktor für einen nachfolgenden Suizid.

Bei den Erwachsenen hatte die Einnahme antidepressiver Wirkstoffe keinen Einfluss darauf, ob sie sich nach einem Krankenhausaufenthalt wegen Depressionen umbrachten oder nicht. Anders bei den Jugendlichen. 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die Selbstmord begingen, hatten zuvor einen Wirkstoff aus der Gruppe der SSRI genommen, aber nur 37,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus einer Vergleichsgruppe Depressiver ohne Selbstmord (p gleich 0.002). Dies scheint zwar den positiven Wirkungen der SSRI zu widersprechen, zeigt nach Ansicht des Studienleiters aber nur, dass bei einer kleinen Gruppe Suizidgefährdeter, nämlich den Kindern und Jugendlichen, die wegen Depressionen stationär behandelt worden waren, der Einsatz von SSRI gut beobachtet werden muss.

MEDICA.de; Quelle: APA 58th Institute on Psychiatric Services