Serum-Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil von Synovia und Gelenkknorpel. Außerdem trägt sie zu den "Schmiereigenschaften" der Synovialflüsigkeit bei. Studien haben zeigen können, dass die Produktion von Hyaluronsäure bei rheumatoider Arthritis, Osteoarthritis, ankylosierender Spondylitis und reaktiver Arthritis lokal erhöht ist.

Wissenschaftler des Thurston Arthritis Research Center an der University of North Carolina in Chapel Hill haben 753 Teilnehmer des "Johnston County Osteoarthritis Project" nun in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Hyaluronsäure-Spiegel und Osteoarthritis untersucht. Die Probanden kamen aus verschiedenen Ethnien und litten an Osteoarthritis, die umfangreich mittels bildgebender Verfahren dokumentiert wurde.

Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen den Serum-Hyaluronsäure-Spiegeln und sämtlichen Parametern einer radiographisch bestimmten Osteoarthritis (p kleiner 0.0001). Die Spiegel waren mäßig mit dem Alter korreliert (r gleich 0.35, p kleiner 0.0001). Weiße Patienten und Männer hatten im Durchschnitt höhere Serum-Hyaluronsäure-Spiegel (p kleiner 0.0094 beziehungsweise 0.0038). Auch nachdem man diese Faktoren herausgerechnet hatte, blieb der Zusammenhang zwischen Serum-Hyaluronsäure-Spiegel und Osteoarthritis-Aktivität signifikant (p kleiner 0.0045). Andere Erkrankungen beeinflussten die Serum-Hyaluronsäure-Spiegel nicht.

Leider erhoben die Studienleiter keine Daten zur Leber- und Nierenfunktion. Beide Organe beeinflussen die Höhe des Serum-Hyaluronsäure-Spiegels. Auch Begleitmedikationen, die einen Einfluss auf diese Spiegel haben könnten, wurden nicht registriert. Dennoch reichen die Daten nach Ansicht der Studienleiter aus, die Hyaluronsäure als zuverlässigen Parameter für die Osteoarthritisaktivität einzuführen.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2005, Vol. 52, S. 105-111