Zur Lebensqualität gehört auch eine funktionierende Sexualität. Risikofaktoren einer erektilen Dysfunktion (ED) sind unter anderem chronische und kardiale Erkrankungen, Medikamente und Faktoren der Lebensführung. Bis dato gibt es keine ausreichenden Daten zur Sexualität und zur Prävalenz der ED in der Gruppe der erwachsenen Männer mit angeborenen Herzfehlern (AHF). Eine Studie holt dies nun nach.

Die Daten wurden anhand eines Fragebogens bei 347 erwachsenen Männern im Durchschnittsalter von 23 Jahren erhoben. Neben Fragen zur Sexualität enthielt der Fragebogen Instrumente zur Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF-12), depressiver Symptome (ADS) und der erektilen Funktion(IIEF).

6,0 Prozent der Studienteilnehmer zeigen Zeichen einer ED. Es findet sich kein signifikanter Zusammenhang zur Diagnosegruppe oder zur Funktionsklasse des Herzfehlers, ebenso wenig zu den bekannten Risikofaktoren Alter, Medikamenteneinnahme, Alkohol- beziehungsweise Nikotinkonsum, Body Mass Index, erworbene Herz- oder Gefäßerkrankungen. Die Gruppe der Erwachsenen mit ED zeigt aber signifikant schlechtere Ergebnisse auf der psychischen Summenskala des SF-12 und auf der Allgemeinen Depressionsskala. Eine Minderheit berichtet von körperlichen Symptomen während sexueller Aktivität, wie zum Beispiel Luftnot (8,9 Prozent), Herzschmerzen(5,2 Prozent) oder dem Gefühl von Herzrhythmusstörungen (8,9 Prozent).

Diese erste größere Studie zur Sexualität und zur erektilen Dysfunktion bei Erwachsenen mit AHF zeigt nach Ansicht der Autoren, wie wichtig dieser Bereich ist. Da es immer mehr Männer mit Herzfehlern gibt und diese auch älter werden, dürfte die Wichtigkeit noch zunehmen. Ob der Zusammenhang mit den psychischen Skalen Ursache oder Folge der ED ist, lässt sich aufgrund des retrospektiven Studiendesigns nicht sagen.

MEDICA.de; Quelle: 113. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)