Sichere Diagnose erst durch Biopsie möglich

70 Prozent der "verdächtigen"
Gewebeproben sind doch gutartig
© NCI Visuals Online

Zu diesen Ergebnis kommt eine Studie des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, die in der Zeitschrift European Journal of Radiology (Europäische Zeitschrift für Radiologie) veröffentlicht worden ist.

Bei der Mammotome-Vakuumbiopsie zur Diagnostik von Mikroverkalkungen wird unter Röntgenkontrolle und örtlicher Betäubung eine Spezialnadel in die Brust eingeführt, die eine größere Gewebemenge (bis 15 Millimeter) absaugt. Im Rahmen der Studie wurden die Diagnosen von 500 Frauen im Alter von 33 bis 78 Jahren ausgewertet, die zwischen Januar 2000 und August 2003 im Klinikum Berlin-Buch untersucht worden waren.

Das Ergebnis: "Eine sichere Diagnose von Mikroverkalkungen allein auf der Basis der Mammographie ist nicht möglich", berichtet Dr. med. Ute Kettritz, Oberärztin am Institut für Radiologie des Klinikums. Vor der Biopsie wurden die Mikroverkalkungen nach sogenannten BI-RADS System klassifiziert. Dabei bestimmen Radiologen die Wahrscheinlichkeit, mit der ein mammographischer Befund histologisch bösartig ist.

Der Vergleich mit der Histologie nach Vakuumbiopsie zeigte: 19 Prozent aller Mikrokalk-Befunde, die im Rahmen der Mammographie als "sehr wahrscheinlich gutartig" eingestuft worden waren, erwiesen sich bei der Analyse der Gewebeprobe durch die Pathologen als "bösartig". Bislang wurde bei der Einstufung "sehr wahrscheinlich gutartig" eine mammographische Kontrolluntersuchung nach sechs Monaten empfohlen.

"Zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Mikroverkalkungen hat sich die Vakuumbiopsie als sehr zuverlässig erwiesen", zieht Kettritz ein Fazit und ergänzt: "Sie ist auch eine schonende Methode zur Abklärung verdächtiger Befunde in der Brust." Nach der Studie erwiesen sich im übrigen 70 Prozent der 500 untersuchten Gewebeproben als gutartig.

MEDICA.de; Quelle: Helios Research Center