Sicherer Schutz vor schädlicher UV-Strahlung

19.06.2015
Foto: Ein Gärtner bei der Arbeit

Sonnenbrandgefahr: Dieser Gärtner arbeitet ohne UV-Schutzkleidung; © panthermedia.net/ Viktor Cap

Sommer und Sonnenschein – heiß ersehnt, doch leider nicht ohne Schattenseiten. Neben Sonnenbrand oder allergischen Reaktionen auf zu viel Sonneneinstrahlung drohen unter anderem bestimmte Formen des weißen Hautkrebses. Vor allem Personen, die häufig im Freien arbeiten, sollten sich darüber im Klaren sein und Vorsorge treffen.

Eine Präventionsmöglichkeit besteht im Tragen von UV-Schutzkleidung. Sie wird von den betroffenen Berufsgruppen jedoch wenig genutzt, da Tragekomfort, Design und Pflegeeigenschaften der Schutzkleidung bislang nicht überzeugen konnten.

Hier konnten Wissenschaftler der Hohenstein Institute in Bönnigheim Abhilfe schaffen. In einem Forschungsvorhaben, das im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) von der AiF-Forschungsvereinigung Forschungskuratorium Textil e.V. organisiert wurde, haben die Forscher drei verschiedene Prototypen von UV-Schutzshirts realisiert, die erstmals alle praxisrelevanten Anforderungen erfüllen. Dazu wurden spezielle Fasern mit eingebautem UV-Schutz entwickelt, die Titandioxid enthalten und die schädliche UV-Strahlung absorbieren.

Die vorwettbewerbliche IGF ermöglicht insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen. Sie wird zusammen mit 100 branchenorientierten Forschungsvereinigungen im Innovationsnetzwerk der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen organisiert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert IGF-Projekte über dieses Netzwerk mit öffentlichen Mitteln.

Die neuen Arbeitsschutzshirts bieten einen deutlich höheren UV-Schutz als kosmetische Mittel. Analog zum Sonnenschutzfaktor (Sun Protection Factor, SPF) wird der Schutzfaktor für Textilien als UPF (Ultraviolet Protection Factor) angegeben. Durch die Zonierung der Textilien ergibt sich für unterschiedliche Körperregionen auch ein unterschiedlicher UPF. Für sonnenexponierte Bereiche wie beispielsweise Schulter- und Oberarmregion liegt der UPF je nach Prototyp zwischen 60 und 80 (nach UV-Standard 801). Spezielle Zonen unter den Achseln und am Bauch, in denen man bei der Arbeit im Freien schnell schwitzt, wurden atmungsaktiv gestaltet und weisen einen UPF von 30 auf.

Die drei entwickelten Prototypen sind identisch hinsichtlich Schnitt und Körperbedeckungsgrad. Sie unterscheiden sich im Hinblick auf Faserchemie, Textilkonstruktion und Zonierungskonzept. Einer der drei Prototypen besteht aus einem Gestrick aus antibakteriell ausgestattetem Polyester, während die beiden anderen Prototypen zweizonig (Gewebe und Gestrick) oder dreizonig (Gewebe, Gestrick und Gewirke) aufgebaut sind. Die strapazierfähigen Materialien sind pflegeleicht und bieten einen guten Tragekomfort.

Das Marktsegment Arbeitsschutzkleidung, zu dem auch UV-Schutzkleidung zählt, hat in Deutschland ein Marktvolumen von 920 Millionen Euro. Von den Ergebnissen der Hohensteiner Wissenschaftler profitieren Anbieter von Arbeits-, Berufs- und Schutzkleidung, darunter viele kleine und mittelständische Unternehmen.

MEDICA.de; Quelle: AiF

Mehr über das AiF unter: www.aif.de