Sie wissen oft nicht, was sie schlucken

Nahrungsergänzungsmittel werden
oft wahllos eingenommen; © ABDA

Eine Studie, die jetzt beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vorgestellt wurde, untersuchte die Akzeptanz und das Einkaufsverhalten von Nahrungsergänzungsstoffen bei über 55-Jährigen. Dazu wurden über 2.000 Seniorinnen und Senioren in ganz Nordrhein-Westfalen befragt. Fast 58 Prozent der älteren Menschen nehmen demnach Nahrungsergänzungsmittel, mehr als 30 Prozent sogar täglich. Frauen greifen mit 32,5 Prozent häufiger zu den Gesundheitspräparaten als Männer (26 Prozent). Bevorzugt werden Vitamine, Knoblauchpräparate und Mineralstoffe. Mit zunehmenden Alter zeigte sich eine Tendenz zur regelmäßigen Einnahme.

Die Hälfte der Befragten ist der Auffassung, dass sich mit den Präparaten das allgemeine Wohlbefinden steigern lässt. Dabei nehmen die Senioren das Präparat unabhängig davon ein, ob sie sich krank fühlen oder nicht: Von den regelmäßigen Nutzern sind 44 Prozent mit ihrem Gesundheitszustand unzufrieden und 39 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden.

Auf der anderen Seite hat sich gezeigt, dass die Zielgruppe häufig nicht weiß, worum es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln handelt. Fast 72 Prozent derjenigen, die angaben, keine Zusatzpräparate zu nehmen, kreuzten bei der konkreten Frage nach eingenommenen Produkten mindestens ein Präparat an. Und das, obwohl fast 64 Prozent wiederum ihre Informationen aus der Apothekerzeitschrift bezogen.

Die Apotheke ist für die Mehrheit der bevorzugte Kaufort, gefolgt von Drogeriemarkt und Supermarkt. Nur 1,5 Prozent nutzte Teleshopping.

Dies zeigt nach Ansicht der Studienautoren, wie wichtig intensive Verbraucherinformationen sind. Außerdem sollten einheitliche Empfehlungen und wissenschaftlich fundierte Produktbewertungen zur Nahrungsergänzung für Ernährungsberater, Ärzte und Apotheker herausgegeben werden.

MEDICA.de; Quelle: 43. Wissenschaftlicher Kongress der DGE Posterpräsentation