Das Prostataspezifische Antigen (PSA) ist nach wie vor eine der wesentlichen Säulen der Prostatakarzinom-Früherkennung, neben dem Gleason-Score und dem klinischen Karzinomstadium. Dieses Enzym kann aber auch bei der Rezidiverkennung eine wichtige Rolle spielen. Allerdings ist das PSA kein immer sehr zuverlässiger Biomarker. Schon seit vielen Jahren suchen Mediziner daher nach Biomarkern, welche ein Rezidiv zuverlässiger erkennen können als das PSA allein.

Eine Gruppe von Medizinern hat es jetzt mit einer Kombination aus sieben verschiedenen Biomarkern versucht, für die jeweils einzeln bereits Tests auf dem Markt sind. Diese Biomarker sind: der Transforming growth factor-β1, Interleukin-6, der Interleukin-6 soluble receptor, Vascular endothelial growth factor, Vascular cell adhesion molecule-1, Endoglin und der Urokinase-Plasminogenaktivator.

An einer Gruppe von 423 Patienten mit Prostatakarzinom haben die Wissenschaftler nun diese Biomarker-Kombination erprobt. Alle Probanden hatten sich einer radikalen Prostatektomie samt bilateraler Lymphadenektomie unterzogen. Mit Hilfe spezieller statistischer Verfahren wurde dann analysiert, wie akkurat die verschiedenen Testmethoden ein Karzinomrezidiv erkennen können. Die bisherigen Testverfahren, so das Ergebnis, sind zu 71,6 Prozent zuverlässig. Werden die sieben Biomarker aber hinzu gezogen, dann steigt die Quote auf 86,6 Prozent (p kleiner 0.001).

Diese Studie ist nur eine Pilotstudie, schreiben die Studienautoren. Außerdem war sie retrospektiv angelegt. Daher ist die Aussagekraft beschränkt. Dennoch weisen die Ergebnisse ihrer Ansicht nach in eine eindeutige Richtung. Ob die sieben Biomarker tatsächlich für die klinische Massenanwendung taugen, sollen nun größere prospektive Studien zeigen.

MEDICA.de; Quelle: Clinical Cancer Research 2008, Vol. 14, S. 3785-3791