Sieben Erbgutregionen beeinflussen das Prostatakrebsrisiko

Foto: Foto von einem Großvater mit seinem Sohn und Enkelsohn

Männer, in deren Verwandtschaft Pro-
statakrebs diagnostiziert wurde,
haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls
am Krebs der Vorsteherdrüse zu er-
kranken; © panthermedia.net/
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Ärzte wissen schon seit langem: Prostatakrebs „liegt in der Familie“. Männer, in deren Verwandtschaft die Krankheit bereits diagnostiziert wurde, haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls am Krebs der Vorsteherdrüse zu erkranken.

Welche Erbgutvarianten konkret zum Prostatakrebsrisiko beitragen, veröffentlichte nun ein internationales Forschungskonsortium, dem auch Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum angehören. Solche Erbgutvarianten werden in der Fachsprache als SNPs (single nucleotide polymorphisms) bezeichnet. Sie sind definiert als einzelner abweichender Erbgutbaustein, der in der Gesamtbevölkerung unterschiedlich häufig vertreten ist.

Die ersten beiden Untersuchungsdurchgänge des Konsortiums hatten bereits 16 SNPs in 16 verschiedenen Erbgutregionen mit einem erhöhten Prostatakrebsrisiko in Zusammenhang gebracht. Zählt man die Ergebnisse früherer Assoziationsstudien hinzu, so waren um die 30 Risikogene für Prostatakrebs bekannt. In der dritten und letzten Runde fahndete das Forscherkonsortium bei 4574 Krebspatienten sowie 4164 gesunden Kontrollpersonen nach weiteren 1536 SNPs. Die dabei zu Tage tretenden Zusammenhänge mit dem Krebsrisiko wurden nochmals an 51.311 Erbgutproben von Krebspatienten und gesunden Männern verifiziert.

Neben einigen bereits identifizierten Varianten gingen den Wissenschaftlern bei diesem Suchdurchgang sieben SNPs ins Netz, die erstmalig in einem Zusammenhang mit erhöhtem Prostatakrebsrisiko auftauchen. Die Varianten liegen alle in Erbgutbereichen, die auch Gene enthalten, für die die Wissenschaftler eine Rolle bei der Krebsentstehung als plausibel erachten. Für keine dieser Varianten konnte jedoch ein Zusammenhang mit der Bösartigkeit der Krebserkrankung festgestellt werden. Mit den neu entdeckten sieben Erbgutregionen können Wissenschaftler insgesamt nun rund 25 Prozent des familiären Krebsrisikos erklären.


MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)