18.10.2011

Siemens AG

Siemens kündigt eine Milliarde Euro Investitionen in Russland an

Die Siemens AG will in den kommenden drei Jahren zusammen mit ihren Partnern eine Milliarde Euro in Russland investieren. Diese Initiative kündigte Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, in der heutigen Jahressitzung des Foreign Investment Advisory Councils unter dem Vorsitz des russischen Ministerpräsidenten Vladimir V. Putin in Moskau an. Mit innovativen Technologien für Energieerzeugung und -übertragung, Mobilität sowie Lösungen für städtische Infrastrukturen kann Siemens bei der Modernisierung Russlands einen wesentlichen Beitrag leisten. Deshalb wird das Unternehmen seine Präsenz in Russland gezielt ausbauen. So sollen in Regionen wie Jekaterinburg, Perm, St. Petersburg oder Woronesch Standorte für Produktion, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Service neu entstehen oder ausgebaut werden. Insgesamt rund 4.000 Arbeitsplätze für Fachkräfte werden geschaffen. "Die weitreichenden Investitionen unterstreichen die große Bedeutung Russlands als strategischen Kernmarkt für Siemens. Mit einer Technologie-Partnerschaft unterstützen wir die ehrgeizigen Pläne zur Modernisierung des Landes und stellen die enge Zusammenarbeit mit unseren russischen Partnern auf eine neue, noch breitere Basis", sagte Peter Löscher.

Mit rund 700 Millionen Euro ist ein Großteil der geplanten Investitionen auf den Zukunftsmarkt Energie ausgerichtet. So sollen etwa 400 Millionen Euro in neue Fertigungsanlagen für effiziente Gasturbinen und in den Ausbau des Servicegeschäfts fließen. Im August hatte Siemens ein Joint-Venture mit dem russischen Unternehmen Power Machines für die Produktion, den Vertrieb und den Service von Gasturbinen angekündigt. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in St. Petersburg wird starten, sobald die zuständigen Wettbewerbsbehörden ihre Zustimmung zur Transaktion erteilt haben. Im Bereich erneuerbarer Energien soll eine neue Produktionsstätte für Windenergieanlagen und eine Rotorblattfertigung errichtet werden, wofür Investitionen von insgesamt rund 120 Millionen Euro vorgesehen sind. Darüber hinaus ist geplant, etwa 115 Millionen Euro in eine lokale Transformatorenproduktion sowie in Fertigungen für Hochspannungsprodukte in Woronesch zu investieren. Weitere 60 Millionen Euro will Siemens gemeinsam mit russischen Partnern für den Bau einer Produktion von Pipeline-Kompressoren für die russische Öl- und Gasindustrie in Perm aufwenden.

Neben dem Energiesektor ist auch die Bahntechnik ein vielversprechender Markt in Russland, den Siemens gemeinsam mit russischen Kopperationspartnern mit Hochtechnologie beliefern kann: Das im vergangenen Jahr mit der russischen Sinara Group in Jekaterinburg gegründete Gemeinschaftsunternehmen hat bereits Aufträge im Wert von mehr als drei Milliarden Euro zur Produktion moderner Güterlokomotiven und Regionalzüge erhalten. Nun sollen die lokalen Produktionskapazitäten, insbesondere für die Fertigung der Regionalzüge, mit Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro deutlich ausgebaut werden. Außerdem soll das in St. Petersburg angesiedelte Siemens-Gemeinschaftsunternehmen zur Fertigung von Zugantriebstechnik mit Zusatzinvestitionen von mehr als 20 Millionen Euro erweitert werden.

Ganz im Zeichen einer engen Technologie-Partnerschaft steht auch das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Siemens in der künftigen Innovationsstadt Skolkovo, in das insgesamt 40 Millionen Euro investiert werden sollen.

Russland ist ein strategischer Kernmarkt von Siemens, in dem das Unternehmen seit fast 160 Jahren vertreten ist und rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Technologie-Konzern ist heute landesweit bereits in über 30 Städten vertreten. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte Siemens in Russland 1,2 Milliarden Euro Umsatz und hat Aufträge für rund 2,6 Milliarden Euro erhalten. Mit seinen Geschäftsfeldern in den Sektoren Energy, Industry, Infrastructure & Cities und Healthcare bietet Siemens ein umfassendes Portfolio und technologisches Know-how, das für die Modernisierung Russlands wichtige Impulse in puncto Energieeffizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit setzen kann. Russland ist nach den USA, China und Japan der viertgrößte Stromerzeuger weltweit. Die Energieindustrie des Landes steht vor der großen Herausforderung, den bestehenden und überalterten Kraftwerkspark zu erneuern und den Anteil hocheffizienter Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) und Windenergieanlagen bei der Stromerzeugung signifikant zu erhöhen. Für die Modernisierung des Stromnetzes hat der russische Netzbetreiber Federal Grid Company mittelfristig zwölf Milliarden Euro Investitionen vorgesehen. Mit 88.000 Kilometern Länge hat Russland das zweitgrößte Schienennetz der Welt. Bis 2030 wollen die Russischen Eisenbahnen (RZD) insgesamt knapp 300 Milliarden Euro investieren und 23.000 neue Lokomotiven sowie 24.000 neue Regionalzüge in Betrieb nehmen. ​

Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Der Konzern ist auf den Gebieten Industrie, Energie sowie im Gesundheitssektor tätig und liefert Infrastrukturlösungen, insbesondere für Städte und urbane Ballungsräume. Siemens steht seit mehr als 160 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität. Siemens ist außerdem weltweit der größte Anbieter umweltfreundlicher Technologien. Mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes entfällt auf grüne Produkte und Lösungen. Insgesamt erzielte Siemens im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. September 2010 endete, auf fortgeführter Basis (ohne Osram und Siemens IT Solutions and Services) einen Umsatz von 69 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 4,3 Milliarden Euro. Ende September 2010 hatte das Unternehmen auf dieser fortgeführten Basis weltweit rund 336.000 Beschäftigte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.siemens.com.