22.09.2005

Siemens AG Medical Solutions

Siemens kooperiert mit Paul Scherrer Institut

Das Schweizer Paul Scherrer Institut (PSI), Villigen, und Siemens Medical Solutions (Med) haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Beide Partner verständigten sich darin auf eine intensivere Zusammenarbeit bei der Protonentherapieplanung, einem Teilgebiet der Partikeltherapie.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Siemens Zugang zum Know-how des Paul Scherrer Instituts auf dem Sektor der Therapieplanung. Die Protonentherapieplanung wird künftig gemeinsam weiterentwickelt und Siemens bekommt die Möglichkeit, eigene Verfahren am PSI zu testen. Im Gegenzug unterstützt Siemens die Forschungsarbeiten des Instituts.

Das PSI ist das einzige Institut weltweit, welches das so genannte Spot-Scanning für die Protonentherapie einsetzt. Spot-Scanning ist ein Verfahren, bei dem das Zielvolumen durch Rasterpunkte abgetastet wird und somit eine zielgenaue Bestrahlung möglich ist. „Das PSI hat bereits langjährige Erfahrung bei diesem Verfahren mit Protonen, von der wir nur profitieren können. Mit unserem Wissen zur Partikeltherapie wollen wir auf die Kenntnisse des Instituts bauen, um dem Markt die optimale Lösung anbieten zu können“, sagte Dr. Walter Folberth, Leiter des Projektes Partikeltherapie bei Siemens Medical Solutions. Bereits seit 1996 hat das PSI klinische Erfahrung in der Patientenbehandlung mit diesem Verfahren, über zweihundert Patienten wurden bereits an der Protonengantry behandelt. Weiterhin wurden an einem Spezialarbeitsplatz am PSI seit 1984 schon über 4200 Patienten mit Augenmelanomen mit Protonen bestrahlt.

Die so genannte intensitätsmodulierte Protonentherapie (IMPT), die an dem Schweizer Institut seit mehr als fünf Jahren klinisch eingesetzt wird, ist weltweit einzigartig. IMPT ist ein Verfahren, bei dem inhomogene Dosisverteilungen von Einzelfeldern so optimiert werden, dass ihre Summe wieder eine homogene und präzise Protonen-Bestrahlung des Zielvolumens ergibt. Die entsprechenden Optimierungsalgorithmen dafür sind ebenfalls vorhanden. „Das PSI sieht sich als Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Protonentherapie und ist daran interessiert, seine Kenntnisse auch im Bereich der Therapieplanung in die Spitalpraxis überzuführen“, sagte Martin Jermann, Stabschef und Leiter des Programms Protonentherapie am PSI, für den der Technologietransfer ein wichtiges Anliegen ist.

Mit dieser Partnerschaft stärkt Siemens Medical Solutions seine Stellung in der Onkologie und als Anbieter integrierter Lösungen für die Partikeltherapie mit Protonen und Kohlenstoffionen in einem System. Die Protonentherapieplanung ist Teil der Partikeltherapie-Lösung von Siemens Medical Solutions, welche ein sehr präzises und biologisch hochwirksames Therapieverfahren zur Bekämpfung von Krebserkrankungen ist. Über ein Beschleunigersystem werden Protonen oder Kohlenstoffionen auf eine sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und im Tumor punktgenau appliziert. Dort fügen die Partikel den Tumorzellen irreparable Schäden zu. Durch die millimetergenaue Berechnung und Steuerung lässt sich der Tumor punktgenau bestrahlen und das umliegende gesunde Gewebe wird geschont.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum über bildgebende Systeme für Diagnose und Therapie, die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2004 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,07 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,12 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,05 Mrd. €.

Weitere Informationen unter www.siemens.de/medical