14/03/2006

Siemens AG Medical Solutions

Siemens setzt am ECR Trends: Mehr Effizienz durch Innovationen und IT

Der steigende Kostendruck im Gesundheitswesen fordert heute umfassende Lösungen, welche die Qualität der Versorgung erhöhen und gleichzeitig die Kosten senken. Neben dem Einsatz innovativer medizinischer Systeme kommt dabei der Informationstechnologie eine tragende Rolle zu: Nur leistungsstarke Software-Architekturen können die hoch komplexen Prozesse in Kliniken und Praxen abbilden, automatisieren und optimieren. Siemens hat für diese Aufgabe die beiden Software-Systeme syngo und Soarian entwickelt. Die beiden Systeme verbinden – zusammen eingesetzt – den klinisch-administrativen Workflow (Soarian) nahtlos mit den diagnostisch-therapeutischen Prozessen in der Radiologie (syngo) und sorgen so für einen reibungslosen, Sektoren übergreifenden Datenfluss. Wichtige Informationen über den Patienten werden sofort dort verfügbar, wo sie benötigt werden. Neue Studien von Siemens an 15 Kliniken haben gezeigt: Allein mithilfe von syngo lassen sich bis zu 50 Prozent des Zeitaufwandes für radiologische Untersuchungen einsparen.

Syngo steuert den Workflow bei Bildakquisition, -nachverarbeitung und -befundung. Dabei besteht syngo aus verschiedenen Modulen: Es stellt dem Nutzer zum einen eine grafische, intuitiv zu bedienende Benutzeroberfläche für alle bildgebenden Systeme von Siemens – etwa Computer- (CT) oder Magnetresonanztomographen (MRT), Röntgen- oder Therapiesysteme – zur Verfügung. Dies vereinfacht und beschleunigt die Akquisition hochwertiger Bilder. Die radiologische Praxis radprax in Wuppertal etwa konnte dank syngo die Zeit für eine MRT-Untersuchung um rund 20% senken. Außerdem ist für das medizinische Personal der Wechsel zwischen unterschiedlichen Modalitäten ohne aufwändige Schulungsmaßnahmen möglich.

Komplementierend dazu bietet Siemens dem Kunden für das IT-Netzwerk mit der syngo Suite eine hocheffiziente integrierte RIS/PACS- und Postprocessing-Lösung, die den kompletten Ablauf von der Terminplanung beim Zuweiser über die Untersuchungsplanung bis zum Befund optimiert. Die Bilder der verschiedenen Systeme sowie aus den verschiedenen Abteilungen wie Radiologie oder Kardiologie können – unterstützt durch spezifische Applikationen und so genannte Clinical Engines wie etwa syngo Acute Care – in kürzester Zeit aufbereitet, befundet und im Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. Damit stehen allen, mit der Behandlung des Patienten betrauten Personen jederzeit und an jedem Ort alle relevanten Patientendaten zur Verfügung.

Der Zugang des jeweiligen klinischen Mitarbeiters findet über speziell auf seine Rolle zugeschnittene Portale statt, sodass genau die Funktionen aus der syngo Suite zur Verfügung stehen, die er für seine Arbeit braucht. So kann z.B. der überweisende Arzt per „syngo Portal Referring Physician“ für seinen Patienten bequem vom Computer aus einen Untersuchungstermin in einer Klinik oder Radiologiepraxis vereinbaren. Die Ergebnisse erhält er unmittelbar nach der Befundung durch den Radiologen auf digitalem Wege im gleichen Portal – und das meist noch am selben Tag. Am Klinikum Ingolstadt etwa sind dank Siemens-Software 98 Prozent aller radiologischen Untersuchung noch vor 18 Uhr abends befundet.

„Durch syngo reduziert sich – im Vergleich zu Radiologien ohne IT – die Zahl der Prozessschritte von 59 auf 33“, erklärt Prof. Dr. Erich R. Reinhardt, Mitglied des Vorstandes der Siemens AG und Vorsitzender des Bereichsvorstandes von Siemens Medical Solutions. „Viele Schritte werden mithilfe von IT automatisiert und optimiert. Das reduziert Fehler, spart Zeit und Kosten.“

Das Potenzial, mithilfe von Informationstechnologie den Workflow nicht nur in der Radiologie, sondern in kompletten Kliniken oder gar ganzen Bereichen des Gesundheitswesens zu optimieren, ist natürlich entsprechend größer. So haben Studien bei Siemens-Kunden ergeben, dass sich in einem komplett digitalisierten Hospital rund 30 Prozent aller Kosten einsparen lassen. Für eine solch umfassende Vernetzung und Integration hat Siemens das Klinik-Management-System Soarian entwickelt, das sämtliche klinischen und administrativen Abläufe in Kliniken steuert, automatisiert und optimiert. Schon bei der Einlieferung eines Patienten wird im System – falls nicht bereits bei einer früheren Untersuchung geschehen – eine digitale Patientenakte angelegt, in der fortan alle Daten, Bilder, Laborwerte und Befunde gespeichert werden. Zur Verbesserung des Workflows helfen bei Soarian integrierte Ablaufpläne Ärzten und klinischem Personal bei der schnellst möglichen Durchführung der nötigen Untersuchungen und Behandlungen. Darüber hinaus kann das System die verabreichten Medikamente überprüfen und warnt bei Kontraindikationen oder gefährlichen Wechselwirkungen. Verbrauchte Materialien werden nach der Behandlung automatisch an das Materialwirtschaftssystem der Klinik übermittelt. Die Abrechnung erfolgt unter Berücksichtigung geltender Regelungen wie beispielsweise DRG (Diagnosis Related Groups). Auf diese Weise sorgt Soarian für mehr Kostentransparenz in der Klinik. Mehr als 300 Kliniken auf der ganzen Welt arbeiten bereits mit Soarian oder einem seiner Module (z.B. Soarian Clinical Access),

In Kombination eingesetzt, ergänzen sich Soarian und syngo ideal: So übergibt Soarian etwa im Vorfeld einer diagnostischen Untersuchung alle relevanten Daten des Patienten an die Radiologie-Suite. Nach der Befundung integriert Soarian die gewonnenen Bilder und Befunde in der Patientenakte und stellt sie gemeinsam mit den übrigen Patientendaten allen berechtigen Personen zur Verfügung. Damit ist der problemlose Datenfluss entlang der gesamten klinischen Behandlungspfade gesichert, den behandelnden Ärzten steht eine umfassende Informationsbasis für sichere Diagnosen und effektive Therapien zur Verfügung.

Durch diese IT-Architekturen und die innovativen Systeme von Siemens eröffnet sich Arzt und Klinik das volle Potenzial, die Qualität der Versorgung zu steigern und die Kosten nachhaltig zu senken. So schafft beispielsweise der erst kürzlich vorgestellte und weltweit erste Dual Source-Computertomograph (DSCT) Somatom Definition vollkommen neue Möglichkeiten in der Bildgebung. Das Gerät verfügt über zwei Röntgenstrahler und zwei Detektoren, was klinische Aufnahmen in nicht gekannter Geschwindigkeit und Genauigkeit möglich macht. Selbst bei schnell oder unregelmäßig schlagenden Herzen sind Betablocker zur Senkung der Herzfrequenz nicht mehr nötig. Trotz seiner zwei Röntgenröhren konnte die Strahlendosis um bis zu 50 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Systemen reduziert werden. Der DSCT verfügt zudem über Fähigkeiten, die bisher in der diagnostischen Bildgebung nicht existierten: So können Gewebe und Flüssigkeiten dargestellt und gleichzeitig Gefäße, Knochen und Weichteile besser differenziert werden. Das erste System wurde im Oktober 2005 an der Universitätsklinik in Erlangen installiert.

„Mit unseren Innovationen setzen wir Trends für das Gesundheitswesen – und dies weltweit“, erklärte Prof. Dr. Erich R. Reinhardt auf dem europäischen Radiologenkongress in Wien. Entsprechend hoch sind die Investitionen des Unternehmens in Forschung und Entwicklung. Allein im vergangenen Geschäftsjahr hat Med 728 Millionen Euro und damit fast zehn Prozent des Umsatzes in diesem Bereich angelegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Drei Viertel unserer Produkte sind jünger als drei Jahre“, so Reinhardt. „Jeden Arbeitstag melden unsere Entwickler fünf Erfindungen zum Patent an.“

Im Fokus von Siemens steht zu jeder Zeit der Kunde. „Wir sprechen deshalb eingehend mit unseren Kunden, untersuchen ihre jeweiligen Problemstellungen und bieten ihnen anschließend eine maßgeschneiderte und zukunftsweisende Lösung an“, betonte Reinhardt. Und Siemens gehe noch weiter: Indem das Unternehmen seine Kunden auch in die Produktentwicklung mit einbinde, kann es deren Bedürfnisse frühzeitig berücksichtigen und Wünsche optimal umsetzen. Dadurch entstehe eine Partnerschaft, von der beide Seiten langfristig profitierten – und letztlich natürlich auch der Patient.


Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie, über die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 33 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2005 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,6 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,6 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1 Mrd. €. Weitere Informationen unter: http://www.siemens.com/medical.