28.06.2011

Siemens AG Healthcare Sector

Siemens will Marktanteil in Schwellenländern ausbauen

Produkte für das Einstiegssegment bieten vielfältige Wachstumschancen.

Die Siemens AG will ihren Marktanteil in Schwellenländern ausbauen und in den kommenden fünf Jahren mit allen Divisionen hier schneller als der jeweilige Markt wachsen. Das kräftige Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern schafft eine enorme Nachfrage nach Lösungen für Energieerzeugung und -übertragung, Gesundheitsversorgung sowie nachhaltigen städtischen und industriellen Infrastrukturen. Um diese Geschäftschancen zu nutzen, hat Siemens seine Präsenz in Schwellenländern deutlich ausgebaut. "Die Schwellenländer bleiben der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Siemens ist mit seiner starken lokalen Präsenz und den richtigen Produkten hervorragend aufgestellt, um an dem Wachstum dieser Märkte überdurchschnittlich teilzuhaben", sagte Roland Busch, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, auf dem Capital Market Day in Schanghai. "Um unsere Spitzenposition auszubauen, werden wir die Entwicklung von Produkten für Schwellenländer vorantreiben und unsere lokale Wertschöpfung weiter ausbauen."

Neben Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) und dem Mittleren Osten will Siemens das Wachstum vor allem in Ländern wie Chile, Indonesien, Mexiko, Kolumbien, Polen, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam vorantreiben. "In vielen Schwellenländern sind wir bereits seit über 100 Jahren aktiv und als Geschäftspartner vor Ort anerkannt. Das ist ein Wettbewerbsvorteil den wir nutzen werden." sagte Busch.

Siemens bietet als grüner Infrastrukturanbieter mit den Sektoren Industry, Infrastructure & Cities (ab 1. Oktober 2011), Energy und Healthcare das passende Portfolio für die Nachfrage aus den Schwellenländern. So sieht der 12. Fünfjahresplan der chinesischen Regierung unter anderem massive Investitionen in Erneuerbare Energien, Smart Grids, E-Mobility und die Verbesserung des Gesundheitssystems vor. Indien will bis zum Jahr 2020 zusätzliche 200 Gigawatt Strom ins Netz einspeisen, um dem enormen Energiebedarf des Landes zu decken. Russland hat allein in den Ausbau des Schienenverkehrs Investitionen von knapp 300 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 angekündigt.

Siemens verzeichnete bereits in den vergangenen Jahren in den Schwellenländern ein überdurchschnittliches Wachstum. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten hat sich seit dem Geschäftsjahr 2005 auf rund 22 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2010 mehr als verdoppelt. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 17 Prozent. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt in den Schwellenländern legte im selben Zeitraum um durchschnittlich 6,1 Prozent zu. Der Umsatzanteil der Schwellenländer bei Siemens stieg von rund 20 Prozent im Geschäftjahr 2005 auf über 30 Prozent im Geschäftsjahr 2010.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Geschäft in Schwellenländern ist eine lokale Wertschöpfung. Das umfasst neben Vertrieb und Fertigung auch die Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Engineering. 2005 arbeiteten rund 46.000 Mitarbeiter in Schwellenländern - 2010 waren es bereits 85.000. Die Zahl der größeren Produktionsstätten legte im selben Zeitraum von 64 auf 117 zu. Nur mit einer lokalen Forschung und Entwicklung können Produkte auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Märkte angepasst werden. Entsprechend stieg die Zahl der in der F&E und Engineering tätigen Siemens-Mitarbeiter in den Schwellenländern von 8.600 im Jahr 2005 auf rund 15.500 im Jahr 2010. Ein weiterer Hebel ist die klare Ausrichtung auf Kunden in den Schwellenländern, wo Siemens heute bereits 27 Prozent seiner Vertriebsmitarbeiter beschäftigt. So wurde das Key Account Management von Siemens konsequent auf die Schwellenländern ausgedehnt.

Zusätzliches Wachstum generiert Siemens in den Schwellenländern im Markt für Produkte im Einstiegssegment. Diese auch SMART genannten Produkte sind einfach, wartungsfreundlich, kostengünstig, zuverlässig und zeitnah am Markt. Sie bieten ein großes Wachstumspotenzial in den Einstiegssegmenten, die Siemens nicht mit seinen High-End-Produkten adressiert. Der Markt für Einstiegsprodukte wächst weltweit um 7 Prozent im Jahr, in China und Indien um 10 Prozent. Im Vergleich dazu steigerte Siemens sein Volumen im Einstiegssegment zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent auf rund 10 Milliarden Euro. Derzeit ist Siemens bereits mit über 160 Produkten im Einstiegssegment am Markt vertreten, weitere 90 befinden sich in der Entwicklung oder kurz vor der Markteinführung.

Zu den bereits eingeführten Produkten gehört zum Beispiel die in Indien produzierte Dampfturbine SST-600. Deren Wertschöpfung wurde innerhalb von drei Jahren von zunächst 30 Prozent auf 100 Prozent in Indien lokalisiert, was eine Kostenersparnis von rund 40 Prozent brachte. Das komplett in China entwickelte und produzierte Feueralarm-System CerberusECO ist für den Anwender besonders leicht zu installieren und wurde seit dem Marktstart 2009 bereits mehr 500.000mal verkauft.

Den Magnetresonanztomographen (MRT) Essenza entwickelte Siemens in China, Deutschland und Großbritannien und fertigt ihn in China. Er ist nicht nur kostengünstig, sondern auch besonders schnell und präzise – was deutlich mehr Untersuchungen von Patienten ermöglicht. Mit diesen Eigenschaften des Essenza erschloss Siemens das neue Marktsegment für kleine und kommunale Krankenhäuser: Bis heute wurden weltweit mehr als 550 Essenza-MRT verkauft.