Veränderungen der DHEA-Ausschüttung sind möglicherweise zumindest eine Teilursache von Depressionen, die erstmals im mittleren Lebensalter auftreten. Unabhängig von einer Depression können Veränderungen des DHEA-Spiegels bei beiden Geschlechtern die Stimmungslage verändern. Wahrscheinlich entfaltet sich die Wirkung des DHEA an Androgen-Rezeptoren. Bisherige Studien haben die Frage, ob die DHEA-Gabe bei Männern und Frauen im fortgeschrittenen Lebensalter irgendeinen Nutzen bringt, nicht klar beantworten können.

Dr. Peter J. Schmidt vom "National Institute of Mental Health" in Rockville, Maryland, USA, und seine Arbeitsgruppe haben nun in einer doppelblinden Crossover-Studie 23 Männer und 23 Frauen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren mit einer Depression randomisiert sechs Wochen lang mit DHEA (90 mg pro Tag drei Wochen lang, danach 450 mg pro Tag drei weitere Wochen lang) oder Placebo behandelt. Danach wurde die Behandlung getauscht. Während des gesamten Studienzeitraums erhielten die Patienten keine weiteren antidepressiv wirksamen Substanzen.

Durch die sechswöchige Behandlung mit DHEA besserte sich das Befinden, gemessen an der Hamilton Depression Rating Scale (HDRS-17) und der Center for Epidemiologic Studies Depression (CESD) Scale, sowohl in Bezug auf den Ausgangswert, als auch in Bezug auf die sechswöchige Placebophase signifikant (jeweils p kleiner 0.01). Bei 23 der Patienten unter dem Wirkstoff besserten sich die HDRS-17-Werte um mehr als 50 Prozent. Unter Placebo war dies nur bei 13 Patienten der Fall. Dieses Ergebnis war bei Männern und Frauen gleich. Der Wirkstoff DHEA wurde gut toleriert.

Weitere Studien sollen nun die Langzeitwirkung des DHEA und vor allem dessen Abschneiden im Vergleich zu den üblichen Antidepressiva untersuchen.

MEDICA.de; Quelle: Archives of General Psychiatry 2005, Vol. 62, S. 154-162