Viele ältere Menschen werden von dementiellen Erkrankungen betroffen. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass kardiovaskuläre Erkrankungen, Hypercholesterinämie, Hypertonie und Diabetes mellitus wichtige Risikofaktoren für eine Demenz sind. Folglich wäre es wünschenswert wenn Medikamente, welche diese Krankheiten bekämpfen, das Demenzrisiko senken würden. Dazu gehören auch die Wirkstoffe aus der Klasse der Statine. Sie senken den Cholesterinspiegel, indem sie die 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzyme-A-Reductase hemmen. Allerdings sind die Ergebnisse zur Demenz-protektiven Wirkung von Statinen uneinheitlich.

Nun kommen neue Daten aus einer großen Studie, in welche mit Hilfe des „Decision Support System of the US Veterans Affairs Database„ die Daten von rund 4,5 Millionen Menschen aus den Jahren 2003 bis 2005 einflossen. Aus dieser Gruppe selektierten Wissenschaftler jene Menschen, die älter als 65 Jahre waren und keine Anzeichen einer Demenz vom Alzheimer-Typ aufwiesen. Bei den Probanden wurde auch die Medikamentenanamnese erhoben.

Als man die später auftretenden Demenzen mit der Medikamenteneinnahme verglich, zeigte sich klar: Probanden über 65 Jahre, die den Wirkstoff Simvastatin über mindestens sieben Monate hinweg einnahmen, hatten ein deutlich geringeres Risiko, an einer Demenz und an Morbus Parkinson zu erkranken. Anders Atorvastatin: Dieser Wirkstoff hatte kaum Einfluss auf das Risiko für beide Erkrankungen.

Dieses Ergebnis erstaunte die Studienleiter: Die Demenz wie auch der Morbus Parkinson sind neurodegenerative Erkrankungen. Bei der Demenz spielen Amyloid-Plaques eine wichtige Rolle, nicht aber beim Morbus Parkinson. Da Simvastatin vor beiden Erkrankungen schützt, ist es unwahrscheinlich, dass der protektiev Effekt sich auf die Amyloid-Plaques bezieht. Weitere Studien sollen nun den genauen Mechanismus der protektiven Wirksamkeit erforschen.

MEDICA.de; Quelle: BMC Medicine 2007, Vol. 5, S. 20