Dass sich die Nierenfunktion nach einer Transplantation verschlechtert, ist ein verbreitetes Problem aufgrund der toxischen Wirkung von immunosuppressiven Calicneurin-Medikamenten, speziell Cyclosporin, die zur Vorbeugung einer Abstoßung eingesetzt werden. Diese Toxizität führt häufig zu einer strukturellen Schädigung der transplantierten Niere, beeinträchtigter Nierenfunktion und kann ein Transplantatversagen verursachen. Sirolimus ist ein Immunosuppressivum ohne nephrotoxische Eigenschaften.

An der Rapamune Maintenance Regimen Studie (RMR) nahmen insgesamt 525 Nierentransplantatempfänger aus 57 Zentren in Europa, Australien und Kanada teil. Die Probanden wurden mit Sirolimus, Cyclosporin und Kortikosteroiden behandelt. Nach drei Monaten wurden 430 Probanden randomisiert und setzten entweder die Behandlung mit Sirolimus, Cyclosporin Mikroemulsion und Kortikosteroiden fort oder die Behandlung mit Cyclosporin wurde schrittweise abgesetzt während einer fortgesetzten Behandlung mit Sirolimus (Sirolimus und Kortikosteroide).

Nach vier Jahren konnte in beiden Gruppen eine ausgezeichnete Überlebenschance bei den Patienten festgestellt werden (92,1 Prozent bei der Probandengruppe Cyclosporin und Sirolimus verglichen mit 95,3 Prozent bei der Probandengruppe Sirolimus mit abgesetztem Cyclosporin (p gleich 0,232).

Vier Jahre nach der Transplantation zeigten die Patienten in Sirolimus-Behandlung, bei denen Cyclosporin abgesetzt wurde, eine signifikant bessere Überlebensrate des Nierentransplantates verglichen mit den Patienten in fortgesetzter Behandlung mit Cyclosporin und Sirolimus. Die Zeitperiode bis zur Abstoßung innerhalb von 48 Monaten war bedeutend besser in der Gruppe mit abgesetztem Cyclosporin (91,5 Prozent), als in der Gruppe mit fortgesetzter Cyclosporin-Behandlung (84,2 Prozent, p gleich 0,024).

MEDICA.de; Quelle: Transplant International 2005, Vol. 18, S. 22-28