So richtig gesund wird man nie mehr

Was für den einen ein Traum,
für den anderen ein Alptraum
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Die bisherige Literatur hat gezeigt, dass man bei Bulimikern sowohl obsessives als auch kompulsives Verhalten findet. Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Jessica C. Morgan von der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung des Dartmouth Medical College in Hanover, New Hampshire, USA, hat jetzt 77 Frauen für eine Studie untersucht.

Alle Frauen hatten Normalgewicht und standen nicht unter Medikation. 25 dieser Frauen litten an einer akuten Bulimie, 21 weitere befanden sich auf dem Weg der Besserung und 28 gesunde Frauen galten als Kontrollgruppe. Alle Frauen absolvierten eine Reihe psychologischer Tests, darunter den Eating Attitudes Test (EAT) und den Spielberger Trait Anxiety Inventory (STAI)-Test, außerdem den Maudsley Obsessive-Compulsive Inventory (MOCI).

Beim MOCI, der die Selbsteinschätzung der Frauen zu obsessivem und compulsivem Verhalten wiedergab, lag der Durchschnittswert in der Gruppe der Frauen mit aktiver Bulimie bei 5.4. Dies war signifikant höher als in der Gruppe der gesunden Frauen (2.5; p kleiner 0.02). Interessanterweise hatten auch die Frauen, welche sich gerade von einer Phase der aktiven Bulimie erholten, einen durchschnittlichen MOCI-Wert von 5.5. Dies entsprach dem Wert der Patientinnen mit akuter Bulimie und war ebenfalls signifikant höher als in der Gruppe der gesunden Frauen (p kleiner 0.05).

Frauen mit einer sich in Remission befindlichen Bulimie lagen mit ihren EAT- und STAI-Werten zwischen den Werten der Frauen mit akuter Bulimie und den Werten der gesunden Frauen. In beide Richtungen erreichten diese Werte Signifikanz (p jeweils kleiner 0.01).

Offenbar gibt es also bestimmte Begleiterscheinungen einer Bulimie, die auch nach deren Abklingen noch fortbestehen.

MEDICA.de; Quelle: American Psychiatric Association (APA): 2006 Annual Meeting Abstract NR101