Nach Statistiken wird eine von sieben Frauen in den USA an einem Mammakarzinom erkranken. Frauen in Asien dagegen haben ein weit geringeres Mammakarzinom-Risiko (39 Fälle pro 100.000) als Frauen in den westlichen Ländern (133 Fälle pro 100.000). Wenn asiatische Frauen in die USA ziehen, gleicht sich ihr Mammakarzinom-Risiko jenem der einheimischen Bevölkerung an. Schon lange vermutet man, dass Soja und die darin enthaltenen Isoflavonoide in der Ernährung asiatischer Frauen einen Beitrag zu deren geringerem Mammakarzinom-Risiko leisten könnten.

In einer Meta-Analyse wurde diese These nun näher untersucht. 18 epidemiologische Studien aus den Jahren 1978 bis 2004 flossen in diese Meta-Analyse mit ein. Alle Studien hatten sich mit dem Zusammenhang zwischen Sojaaufnahme und dem Brustkrebsrisiko beschäftigt.

Zwischen den einzelnen Studien gab es nach Angaben der Autoren große Unterschiede hinsichtlich des Designs der Studien und der Ergebnisse. Die Analyse über alle Studien zeigte, dass eine hohe Einnahme von Soja in der täglichen Ernährung das Risiko eines Mammakarzinoms leicht senkt, und zwar um etwa 14 Prozent.

Als man einige der Studien hinsichtlich des Menopause-Status der Frauen untersuchte, zeigte sich: Offenbar profitieren vor allem prämenopausale Frauen von einer hohen Sojaaufnahme. Bei postmenopausalen Frauen ist der inverse Zusammenhang zwischen Sojaaufnahme und Mammakarzinom-Risiko weniger deutlich nachweisbar.

Vor dem Hintergrund dieser Meta-Analyse ziehen die Studienautoren eine vorsichtige Bilanz: Soja kann offenbar das Risiko eines Mammakarzinoms leicht senken. Allerdings sei es noch zu früh, Nahrungssupplemente mit Isoflavonoiden zu propagieren, so die Autoren.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the National Cancer Institute 2006, Vol. 98, S. 430-431