Soja kann den Knochenstoffwechsel beeinflussen und die Knochendichte bei postmenopausalen Frauen positiv beeinflussen. Das liegt vermutlich an den Isoflavonoiden des Sojas, welche die Knochenresorption vermindern. Es liegt also nahe, den Zusammenhang zwischen dem Genuss von Soja und dem Frakturrisiko in dieser Frauengruppe zu untersuchen. Die bisherige Datenlage in dieser Frage ist sehr dünn.

Konkrete Zahlen kommen jetzt aus China, wo der Sojakonsum bekanntlich relativ hoch ist. Zwischen März 1997 und Mai 2000 nahmen 24.403 postmenopausale Frauen an der „Shanghai Women’s Health Study“ teil. Diese Studie war Teil einer größeren Studie, an der insgesamt rund 75.000 Chinesinnen im Alter zwischen 40 und 70 Jahren teilnahmen. Sowohl zu Beginn der Studie als auch danach wurden die Frauen in strukturierten Interviews unter anderem zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich viereinhalb Jahren, das entsprach 110.243 Personenjahren, traten 1.770 Frakturen auf. Als man die Rate der Frakturen mit der Sojaaufnahme der Frauen verglich zeigte sich ein klarer negativer Zusammenhang: Das relative Risiko, eine Knochenfraktur zu erleiden, sinkt mit zunehmender Quintile der Sojaeinnahme: Im Vergleich zur niedrigsten Quintile liegt das relative Risiko bei 0.72 beziehungsweise 0.69, 0.64 und 0.63 in der höchsten Quintile. Und zwar unabhängig vom Alter, Risikofaktoren für eine Osteoporose, sozioökonomischen Status und anderen Ernährungsgewohnheiten.

Besonders Frauen in der frühen Menopause profitieren von der Sojaeinnahme: Innerhalb der ersten zehn Jahre nach dem Beginn der Menopause lag der Unterschied im Frakturrisiko zwischen der höchsten und niedrigsten Quintile der Sojaeinnahme bei 48 Prozent, danach bei 29 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2005, Vol. 165, S. 1890-1895