Sozial benachteiligte Männer seltener unzufrieden

Foto: Übergewichtiger Mann

Sozio-ökonomische Lage bei über-
gewichtigen Männern bedeutsam
für die Bewertung des eigenen
Körpergewichts;© panther-
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Die Wissenschaftler analysierten Daten von 4186 Frauen und Männern, die an einer Studie der Kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) teilgenommen hatten. Es lagen neben Angaben zur Bildung, zum Einkommen und zum Berufsstatus der Teilnehmer objektive Messungen von Körpergewicht und -größe sowie Angaben zu der Frage vor, ob sie zufrieden oder unzufrieden mit ihrem Körpergewicht waren.

Das Körpergewicht wurde gemäß Weltgesundheitsorganisation als Normalgewicht (Body Mass Index zwischen 18.5-24.9) und Übergewicht (≥25) – unterteilt in Präadipositas (25-29.9) und Adipositas (≥30) – klassifiziert.

Die Ergebnisse dieser bevölkerungsrepräsentativen Studie zeigen, dass Unzufriedenheit mit dem Gewicht bei übergewichtigen Personen in sozial besser gestellten Gruppen häufiger ist. Dies gilt allerdings nur für Männer: So waren von den adipösen Männern mit den günstigsten sozialen Bedingungen 78 Prozent mit ihrem Gewicht unzufrieden, in der Gruppe mit ungünstigstem Sozialstatus nur 47 Prozent. Demgegenüber spielt bei Frauen der soziale Status für diesen Aspekt des Körpererlebens keine bedeutsame Rolle (Anteil unzufriedener unter den adipösen Frauen: 79 Prozent). Diese Befunde legen für Männer die Hypothese nahe, dass höherer Sozialstatus mit engeren Standards akzeptablen Gewichts einhergeht. Für Frauen dagegen scheint das „Schlankheitsideal“ in allen sozialen Gruppen zu gelten. Möglicherweise trägt das beschriebene Muster auch dazu bei, dass Männer aus unteren Bildungsgruppen das höchste Risiko haben, keinen Sport zu betreiben.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Rostock