In Großbritannien ereignen sich jedes Jahr 60.000 Fälle von Frakturen des Schenkelhalses. Vor allem ältere Frauen sind davon betroffen. Zahlreiche Patienten versterben daran. Meist vergeht eine gewisse Zeit zwischen der Aufnahme eines Patienten und der Operation. Bei älteren Menschen liegt dies häufig daran, dass zunächst der Allgemeinzustand stabilisiert werden muss. Inwiefern diese Zeitdifferenz zwischen Aufnahme und Operation zur Mortalität beiträgt, ist nicht bekannt. Verschiedene Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Britische Leitlinien empfehlen, einen Patienten innerhalb von 24 Stunden zu operieren. Dies ist aber nicht immer möglich.

In einer Studie wurde nun der Zusammenhang zwischen der Zeitdifferenz Aufnahme-Operation und der Mortalität untersucht. Dazu zogen die Wissenschaftler Daten aus großen britischen Krankenhäusern aus den Jahren 2001 bis 2004 heran. Verwertet wurden Fälle eines gebrochenen Schenkelhalses, wenn die Patienten über 65 Jahre alt waren.

129.522 Fälle einer Oberschenkelhalsfraktur konnten analysiert werden. 18.508 Patienten (14,3 Prozent) starben im Krankenhais daran. Als man die Liegedauer bis zur Operation mit den Todesfällen abglich, zeigte sich: Je länger der Zeitabstand, desto höher die Mortalität. Unter Berücksichtigung von Komorbiditäten bedeutete das konkret: Liegt ein Patient länger als einen Tag bis zur Operation, steigt das relative Todesfallrisiko auf 1.27. Die Zahlen für Liegedauern länger als 48 Stunden sind sehr unterschiedlich. Je nach Krankenhaus steigt die Mortalität dann um zwischen 1,1 Prozent und 62,4 Prozent an.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 947-951