Spätfolgen von Brustkrebs

Wenn der Brustkrebs besiegt ist,
bleiben Müdigkeit und Erschöpfung
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Die Bezeichnung "Fatigue" stammt von dem französischen Wort für "Müdigkeit, Mattigkeit und Anstrengung". Im Deutschen gibt es kein einzelnes Wort, das die verschiedenen Seiten dieses Zustands zugleich beschreibt. "Die Patientinnen fühlen sich während und noch Monate nach einer Krebsbehandlung über das normale Maß erschöpft, antriebslos und niedergeschlagen", weiß Dr. Volker Arndt aus der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung aus Gesprächen mit Betroffenen.

Epidemiologen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben in einer Studie an über 300 von Brustkrebs betroffenen Frauen objektive Faktoren wie Alter und Schulbildung aber auch subjektive Beschwerden wie Schmerzen und Erschöpfung untersucht. Sie zeigten, dass drei objektive Faktoren, das Alter der Patientin, wie weit der Tumor bei Diagnose fortgeschritten war und ob zusätzliche Erkrankungen vorlagen, das Wohlbefinden der Betroffenen bestimmten.

Die Art der operativen Therapie - brusterhaltend oder brustamputierend - wirkte sich erstaunlicherweise nur auf ausgewählte Bereiche der Lebensqualität aus. Die Vorteile der brusterhaltenden Behandlung schienen in erster Linie darin zu liegen, dass die Patientinnen nach der Therapie besser mit ihrem Körperbild zurechtkamen.

"Das Tumorstadium und das Alter der Patientin sind durch den Arzt nicht veränderbar", sagt Arndt. "Die körperlichen Beschwerden wie die Fatigue kann der Arzt jedoch behandeln." Der Mediziner ist überzeugt, dass die Fatigue einen wichtigen Schlüssel für das Wohlergehen der Betroffenen darstellt. Die ungenaue Definition macht die Suche nach den Ursachen der Fatigue schwierig. Möglicherweise ruft die Tumorerkrankung selbst oder eine begleitende Chemotherapie die Erschöpfung hervor. Sicher ist, dass es viele Auslöser gibt, die oft gleichzeitig wirken.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum