Speck erdrückt die Schwangerschaft

Mehr Komplikationen bei Übergewicht
in der Schwangerschaft; © Hemera

Übergewicht nimmt bei jenen Frauenjahrgängen, die im zeugungsfähigen Alter sind, dramatisch zu. Erstaunlicherweise weiß man jedoch sehr wenig über den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Geburtskompli- kationen.

Auf dem Jahreskongress des American College of Preventive Medicine (ACPM) wurden jetzt von einer Studiengruppe Daten aus Los Angeles vorgelegt. Dort hatte man die Daten von mehr als zwei Millionen Frauen untersucht, die zwischen 1991 und 2003 in eines der "Los Angeles County hospitals" gegangen waren, um dort ihre Kinder zur Welt zu bringen. Die Wissenschaftler interessierten sich vor allem für jene Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, von denen man weiß, dass sie bei übergewichtigen Frauen häufiger vorkommen. Das sind unter anderem der Schwangerschaftsdiabetes, Schwangerschaftshochdruck, Frühgeburt, Kaiserschnitt und Makrosomien.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Häufigkeit dieser Komplikationen über die untersuchten Jahre hinweg stets anstieg. Und das über alle ethnischen Gruppen hinweg. Am größten war der Anstieg beim Schwangerschaftsdiabetes. Dessen Prävalenz stieg von 14,6 pro 1.000 Lebendgeburten im Jahre 2001 auf 48,1 pro 1.000 Lebensgeburten im Jahre 2003. Bei Frauen lateinamerikanischer Herkunft stieg diese Komplikationen um 235 Prozent. Immerhin 160 Prozent häufiger war diese Komplikation bei dunkelhäutigen Amerikanern (p kleiner 0.0001).

Die Hypertonie im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft stieg von 41,2 auf 55,5 pro 1.000 Lebensgeburten. Hier war der Anstieg am größten bei den dunkelhäutigen Amerikanerinnen (p kleiner 0.0001). Die Zahlen für Frühgeburten: 39,3 Fälle pro 1.000 Lebendgeburten auf 61,4 Fälle. In diesem Falle sind vor allem die Frauen hispanischen Hintergrunds betroffen. Auch bei Kaiserschnitten und anderen Komplikationen stieg die Prävalenz über die untersuchten Jahre hinweg stetig an.

MEDICA.de; Quelle: Preventive Medicine 2006: Session 35