Das behaupten zumindest Dr. Raul N. Uppot von der Harvard Medical School in Boston, USA, und seine Arbeitsgruppe. Die Wissenschaftler untersuchten die diktierten Befunde nach radiologischen Untersuchungen. Dabei verglichen sie Befunde aus den Jahren 1989 bis 2003 am Massachusetts General Hospital.

Im Jahre 1989 waren 0,10 Prozent aller Befunde durch starkes Übergewicht des Untersuchten beeinträchtigt. Sechs Jahre später traf dies bereits auf 0,14 Prozent aller Befunde zu. 2003 schließlich konnten 0,19 Prozent aller Bilder nicht befundet werden, weil der Patient oder die Patientin zu dick war. Das entspricht einem durchschnittlichen Anstieg von 0,01 Prozent pro Jahr. Offenbar korreliert dieser Anstieg mit dem Anstieg starken Übergewichts in der Bevölkerung von Massachusetts.

Unschwer zu erraten, dass abdominaler Ultraschall am häufigsten durch starkes Übergewicht beeinträchtigt wird. Aber auch das Röntgen des Brustkorbs, abdominales Röntgen abdominale Computertomographie und die Computertomographie des Brustkorbs sowie allgemein mangnetresonanztomographische Aufnahmen sind bei starkem Übergewicht schwierig zu befunden.

Das treibt die Kosten in die Höhe, wie die Autoren schreiben. Wenn bei einem übergewichtigen Patienten der Ultraschall zu wenig aussagt, greift man möglicherweise zur Computertomographie. Glücklicherweise habe die medizintechnische Industrie das Problem erkannt und suche nach Wegen, um auch bei übergewichtigen Patienten zu zuverlässigen Bildern zu kommen, schreiben die Studienleiter.

In Zukunft sollen weitere Studien zum Zusammenhang zwischen Body Mass Index und Qualität bildgebender Verfahren durchgeführt werden, um die Zuverlässigkeit radiologischer Studien besser einschätzen zu können.

MEDICA.de; Quelle: Radiology 2006, Vol. 240, S. 435-439