Speck schmilzt zwischen den Kissen

Mehr Schlaf für weniger Heißhunger
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Frühere Studien haben gezeigt, dass völliger Schlafentzug dazu führt, dass Menschen mehr essen als gewohnt. Zugleich zeigen andere Studien, dass US-Amerikaner heute etwa zwei Stunden weniger schlafen als vor 40 Jahren. Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen einem offensichtlichen Schlafdefizit und Übergewicht?

Dieser Frage gingen nun Wissenschaftler der University of Chicago in Illinois, USA, nach. In einer kleinen Studie untersuchten sie zwölf gesunde Männer. Randomisiert zwang man sie entweder zunächst zwei Nächte lang nur vier Stunden zu schlafen und danach zwei Nächte lang das Schlafdefizit aufzuholen oder umgekehrt. Dabei wurden verschiedene Parameter gemessen wie Energieaufnahme, körperliche Aktivität und anderes.

Während der zwei Tage unter Schlafrestriktion sank bei den Versuchspersonen der Plasmaspiegel des hungerstillenden Hormons Leptin um 18 Prozent (p gleich 0.04) und das hungerfördernde Hormon Ghrelin stieg um 28 Prozent (p kleiner 0.04). Zugleich stieg das Hungergefühl subjektiv um 24 Prozent (p kleiner 0.01) und der Appetit um 23 Prozent (p gleich 0.01). Regelrechten Heißhunger hatten die müden Probanden vor allem auf Nahrungsmittel mit einem hohen Kohlenhydratanteil, sprich: Süßigkeiten.

Die Studienleiter weisen darauf hin, dass ihre Studie nur sehr klein war und sie zudem den Energieverbrauch der Probanden nicht messen konnten. Andere Experten fügen ergänzend hinzu, dass auch der Effekt anderer körpereigener Substanzen wie Kortison und Orexin nicht vernachlässigt werden dürfe. Dennoch müsse man sich ernsthaft überlegen, ob nicht größere Studien den Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Körpergewicht untersuchen sollten. Möglicherweise müsste man die Schlafdauer dann zu jenen Umweltfaktoren rechnen, die das Übergewicht begünstigen.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2005, Vol. 141, S. 846-850, 885-886