Die molekularen Besonderheiten von Tumoren - von den Wissenschaftlern Tumor-Marker genannt - werden bislang mit Methoden der Immun-Histochemie und Immun-Fluoreszenz enthüllt. Das interdisziplinäre Team um den Physiko-Chemiker Sebastian Schlücker und den Pathologen Philipp Ströbel verwendet stattdessen ein innovatives laserspektroskopisches Verfahren: Dabei wird die Tumor-Gewebeprobe zuerst speziell markiert, dann mit Laserlicht bestrahlt. Als Reaktion darauf gibt die Probe charakteristische Lichtsignale ab, die gemessen werden und Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Krebszellen zulassen.

Schlücker erklärt den Vorteil der neuen Technik: "Mit den gängigen Methoden kann man pro Gewebeprobe nur wenige Tumor-Marker suchen. Will man die Probe zum Beispiel auf zehn Marker untersuchen, muss man sie mehrmals nacheinander analysieren."

Mit SpectroQuest dagegen sollen in einer einzigen Messung eine ganze Reihe von Tumor-Markern gleichzeitig erfasst werden, was die Analysen einfacher und schneller macht. Zudem sei die Methode quantitativ, erlaube also eine Aussage über die Mengen, in denen die Marker im Tumorgewebe vorkommen.

Diese verbesserte Diagnostik soll letzten Endes den Patienten zu Gute kommen - denn sie liefert den Ärzten genauere Informationen über den Tumor und bietet so eine noch bessere Unterstützung bei der Entscheidung für eine bestimmte Therapie. Derzeit ist das Würzburger SpectroQuest-Team damit beschäftigt, die Methode weiterzuentwickeln und zu verfeinern. Die Universität hat das Verfahren Anfang 2006 zum Patent angemeldet.

MEDICA.de; Quelle: Universität Würzburg