Bis zu sieben Prozent aller älteren Erwachsenen sollen an einer generalisierten Angststörung leiden. Damit ist diese Störung eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen. Die Pathophysiologie dieser Erkrankung ist jedoch noch weitgehend unbekannt. Sehr wahrscheinlich spielt das hypothalamisch-hypophysäre System eine wichtige Rolle dabei.

In einer Studie wurde nun untersucht, ob die Kortison-Spiegel im Speichel dabei helfen können, Patienten mit einer generalisierten Angststörung zu identifizieren. An zwei aufeinander folgenden Tagen entnahm man 35 Patienten und zehn Kontrollpersonen im Alter über 60 Jahre Speichel mit einem Wattestäbchen. Die Patienten litten alle an einer klinisch gesicherten generalisierten Angststörung. Dabei folgte die Entnahme des Speichels einem genauen Programm: nach dem Aufwachen, 30 Minuten nach dem Aufstehen, am Mittag, um vier Uhr nachmittags und dann noch einmal um acht Uhr sowie zur Schlafenszeit.

Vorgestellt wurde die Studie jetzt beim Jahreskongress der „American Association for Geriatric Psychiatry“.

Sowohl bei den Patienten wie auch den Kontrollpersonen zeigte sich der typische Kortison-Tageszeitenrhythmus mit dem höchsten Wert am Morgen und tiefen Werten in der Nacht. Die Kontrollpersonen hatten Werte von 0.55 ng/mL bis 3.49 ng/mL, die Patienten 0.68 ng/mL bis 5.12 ng/mL.

Bei den Patienten waren die Basalwerte gegenüber den Kontrollpersonen deutlich höher. Außerdem gab es eine positive Korrelation zwischen den Kortisonspiegeln und der Schwere der Angststörung, gemessen anhand des „GAD Severity Scale“ und des „Penn State Worry Questionnaire“.

Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass bei einer generalisierten Angststörung bei älteren Patienten das hypothalamisch-hypophysäre System gestört ist.

MEDICA.de; Quelle: American Association for Geriatric Psychiatry; 2007 Annual Meeting; Abstract 26