Dr. Dieter Sigmund, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, erkennt einen steigenden Bedarf an psychischer Hilfe für HIV-Patienten. Dank moderner Medikamente haben sie heute eine deutlich höhere Lebenserwartung als noch vor einigen Jahren. Daher rückt nicht mehr nur das Überleben, sondern auch die Lebensqualität ins Blickfeld der Medizin.

Nicht wenige der HIV-Patienten leiden unter beginnenden Hirnleistungsstörungen. Dazu gehören Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen oder Schwierigkeiten, komplexe Sachverhalte zu erfassen. Daran können sowohl das HIV-Virus als auch opportunistische Erkrankungen, Folgeerscheinungen der Immunschwäche, schuld sein. Da hierfür spezifische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig, erklärt Dr. Sigmund

Die HIV-Ambulanz in der Heidelberger Psychiatrischen Klinik bietet eine umfassende Diagnostik und Behandlung an - auch bei Partnerschaftsproblemen und sozialen Konflikten. Dr. Sigmund betont die medizinischen Erfolge: "Der überwiegenden Mehrzahl der Patienten geht es nach der Behandlung deutlich besser." Umso bedauerlicher sei es, dass für viele Patienten immer noch eine Hemmschwelle bestehe, die Psychiatrische Klinik aufzusuchen. Die Spezialambulanz, die mit Kliniken, Schwerpunktpraxen und AIDS-Hilfe-Gruppen im weiten Umkreis bis Karlsruhe und Frankfurt zusammenarbeitet, möchte deshalb ein unkomplizierter Ansprechpartner für die Erkrankten sein.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg