Die Medizin macht sich dabei den „apparent diffusion coeffizient (ADC)“ zunutze, der mit Hilfe eines speziellen Verfahrens der Magnetresonanztomographie (MRT) bei inhaliertem Helium-3 gemessen wird. Die Messung des ADC korreliert in einem hohen Maße mit anderen Lungenfunktionstests wie etwa der Diffusionskapazität der Lunge für Kohlenmonoxid (diffusing capacity of the lung for carbon monoxide: DLCO).

In der Regel setzt man zur Zeit noch die Computertomographie ein, um Veränderungen der Lunge in einem sehr frühen Stadium entdecken zu können. Ob die Messung des ADC der Computertomographie mindestens gleichwertig ist, untersuchte jetzt ein Team um Dr. Sean B. Fain von der University of Wisconsin in Madison, USA. Die Wissenschaftler verglichen Veränderungen der Lunge bei elf Rauchern mit acht Nichtrauchern.

Wie sich zeigte, korrelierten sowohl ADC als auch DLCO signifikant mit der Zeitdauer des Rauchens. Die durchschnittlichen ADC-Werte stiegen im selben Maße an, wie die durchschnittlichen DLCO-Werte sowie der FEV1/FVC-Quotient sanken. Zwischen spirometrischen Daten oder dem Emphysem-Index in der Computertomographie sowie der Zeitdauer des Rauchens gab es jedoch keinerlei signifikanten Zusammenhang.

Allerdings korrelierte der ADC-Wert auch stark mit dem Alter. Sollte die ADC-Messung jemals im großen Stile eingeführt werden, müsste man daher das Alter der Probanden als einen wichtigen Faktor in die Berechnungen mit einbeziehen, schreiben die Studienleiter. Mit dem Alter verändern sich vor allem die apikalen Anteile der Lunge, weniger die basalen Lungenbereiche. Möglicherweise, so vermuten die Studienautoren, sind die Lungenveränderungen bei Rauchern lediglich die Verstärkung und Beschleunigung eines natürlichen Alterungsprozesses.

MEDICA.de; Quelle: Radiology 2006, Vol. 239, S. 875-883