Spielregeln des Geschäfts untersuchen

Erstaunlicherweise ist diese Frage bislang kaum beantwortet. Dabei wäre aufgrund der Besonderheiten dieser Industrie zu erwarten, dass es eine spezielle Betriebswirtschafslehre oder Spezial-Lehrstühle gibt, die sich hiermit beschäftigen. Doch einzig das Massachusetts Institute of Technology (MIT) verfügt derzeit über eine Forschergruppe, die den Regeln und Besonderheiten der weltweiten Softwareindustrie auf den Grund geht.

Diese Lücke war für Professor Peter Buxmann von der Technischen Universität Darmstadt und Professor Thomas Hess von der Ludwig- Maximilians-Universität München nun Anlass, eine neue Forschungsgruppe zu gründen: Die "Software Economics Group Darmstadt-München“ soll zukünftig die ökonomischen Prinzipien der Softwareindustrie untersuchen. Ziel sei es, den Dialog zwischen den Beteiligten anzuregen, um so als unabhängiger 'Think Tank' praxistaugliche Handlungsempfehlungen zu entwickeln, so die Wissenschaftler.

Neben Preis- und Lizenzmodelle für Software-Produkte und Wertschöpfungsstrukturen der Branche möchte die neue Forschungsgruppe auch neueste Trends in der Softwareindustrie untersuchen: Hierzu gehören neue Geschäftsmodelle wie Software as a Service, das Outsourcing der Software-Entwicklung in Niedriglohnländer, der Einsatz von sogenannten "Serviceorientierten Architekturen" (SOA), die Ökonomie modularisierter Softwareproduktion sowie die ökonomische Bedeutung von "Open-Source"-Software.

Laut International Data Corporation (IDC) erwirtschaftet die Branche weltweit jährlich 230 Milliarden US-Dollar Umsatz und wächst jährlich um sieben Prozent in Europa und bis zu neun Prozent in Asien. Dabei agiert die Softwarebranche wie kaum eine andere weltumspannend. Softwareunternehmen konkurrieren international um Kunden und Mitarbeiter.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Darmstadt