In den USA und anderen Ländern der Erde steigt die Zahl der Kinder mit Asthma oder anderen atopischen Erkrankungen. Wahrscheinlich hängt dies mit der Ernährung der Menschen zusammen. Doch was kann man einer Schwangeren raten? Die US-amerikanische Fachgesellschaft „American Academy of Pediatrics (AAP)“ hat nun in einem Dokument zusammen getragen, was man bislang zum Zusammenhang von Ernährung und dem Risiko einer Atopie bei kleinen Kindern weiß:

Es gibt keine ausreichenden Beweise dafür, einer werdenden Mutter irgendwelche Nahrungsmittel zu verbieten, um das Risiko einer Atopie beim Ungeborenen zu senken. Die US-Experten schreiben zudem, dass das ausschließliche Bruststillen in den ersten vier Monaten das Risiko einer atopischen Dermatitis und einer Allergie gegen Kuhmilch in den ersten zwei Lebensjahren ganz klar senkt.

Die Beweise, dass hydrolisierte Nahrungsmittel für Säuglinge den Nahrungsmitteln auf der Basis von Kuhmilch dabei überlegen sind, eine atopische Dermatitis zu verhindern, sind sehr mager. Unklar ist auch, ob spezielle Babynahrungsmittel mit Aminosäuren Atopien eher verhindern können als die herkömmlichen Babynahrungsmittel. Gleiches gilt für Fertignahrungen auf Sojabasis. Dazu gibt es bislang jedenfalls zu wenige Daten, um Aussagen treffen zu können. Auch zur Frage, wie lange der positive Effekt des Stillens beziehungsweise spezieller Säuglingsnahrung wirklich anhält, ist die Datenlage bislang eher dünn.

Säuglinge sollten frühestens im vierten bis sechsten Lebensmonat feste Nahrung erhalten. Verschiedentlich hat man versucht, das Risiko für Atopien zu senken, indem man Säuglinge weit länger ausschließlich stillte. Ob dies das Atopie-Risiko senken kann ist jedoch ebenfalls nicht bewiesen.

MEDICA.de; Quelle: Pediatrics 2008, Vol. 121, S. 183-191