Spirale aus Hirnmedizin rettet erstmals Baby-Herz

Vom Hirn zum Herzen:
Neurologisches Gerät hilft
Säugling; © Hemera

Bei einer Ultraschalluntersuchung diagnostizierten Ärzte des Klinikums Bonn einen gutartigen, blutgefäßreichen Tumor im Oberarm eines ungeborenen Kindes. "Durch den permanenten sehr starken Blutfluss kann das Kinderherz aufgrund der enormen Belastung, vergleichbar mit der eines Radsportlers bei der Tour de France, jederzeit versagen", sagt Dr. Johannes Breuer, Direktor der Abteilung für Kinderkardiologie am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn.

Die Bonner Frauenärzte und Kinderkardiologen stabilisierten zunächst das Herz des ungeborenen Kindes mit herzstärkenden Medikamenten. Zwei Tage nach der Geburt verschlossen sie im Herzkatheterlabor bei einer Coil-Embolisation mittels Metallspiralen die Gefäße des Tumors, um den übermäßigen Blutfluss zu stoppen. So kann sich das Herz ohne Medikamente stabilisieren.

Bei diesem Einsatz wurden nun ertsmals Spiralen aus der Neurologie benutzt. Der Vorteil: Ein Gel quillt im Blut auf und verstopft die Gefäße besser als gängige Metallspiralen. Da mit diesem Verfahren insgesamt weniger Spiralen eingesetzt werden müssen, verringert sich die Implantationszeit und die Röntgendurchleuchtungszeit.

Im Januar wird der Tumor samt Implantaten komplett entfernt. "Bis vor acht Jahren bestand die Gefahr, dass bei der Operation noch der ganze Arm entfernt werden musste. Dank der Spiralen ist das Risiko starker Blutungen heute sehr gering", so Breuer.

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn