Sport hilft bei der Behandlung

Laufeinheiten unterstützen die
Behandlung von Morbus Crohn
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Eine erste Bewertung scheint zu bestätigen, dass sich die Krankheitsentwicklung in den entzündungsfreien Phasen (Remission) positiv beeinflussen lässt. Dies bestätigte Professor Dr. Dr. J. Stein von der Medizinischen Klinik I des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, einer der insgesamt vier Studienleiter. Seit dem Studienstart im Januar 2005 nehmen bisher knapp 80 Patienten teil. "Wir möchten mit der sportmedizinischen Intervention alternativ zur Medikamententherapie die beschwerdefreie Phase durch kontinuierliche Stärkung des Immunsystems stabilisieren", legt Stein dar.

An der Studie nehmen Frauen und Männer zwischen 18 und 55 Jahren Teil, jedoch erst nach Abklingen einer entzündlichen Aktivität. Keiner der Teilnehmer wurde vor der Studie gegen Morbus Crohn behandelt. Die Patienten unterziehen sich einem dreimonatigen Trainingsprogramm mit zwei Laufeinheiten von je 90 Minuten pro Woche. Es kommt eine Trainingseinheit pro Woche hinzu, die der Patient selbst vornimmt. Die dreimonatige Sportintervention mündet in sportärztliche Hausaufgaben, die die Patienten über neun Monate übernehmen.

Die Studie misst in erster Linie die Krankheitsaktivität und die Lebensqualität des Patienten. Die Krankheitsaktivität erfasst der so genannte CDAI-Index (Crohn's Disease Activity Index) auf einer Punkteskala von null bis 600 Punkten. So schätzen die Mediziner das Ausmaß der Aktivität zwischen klinischer Remission (bis 150 Punkte) und einem Schub mit hoher Aktivität (über 300 Punkte) ein.

Die Lebensqualität des Patienten wird mittels eines international anerkannten Fragebogens (SF-36) erfasst. Darin sollen acht Dimensionen sichtbar machen, wie sich die Krankheit während des Sportprogramms in Körper und Seele des Patienten äußert. Vier Dimensionen beziehen sich auf körperliche Aspekte wie Funktionsfähigkeit, Schmerzen und Gesundheitswahrnehmung. Die übrigen vier Dimensionen beleuchten psychische Aspekte wie Vitalität, psychisches Wohlbefinden und soziale Funktionsfähigkeit.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main