Sport senkt Brustkrebsrisiko

Foto: Frau joggt durch die Natur

Körperlich aktiv bleiben ist wichtig,
auch in der zweiten Lebenshälfte;
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Mehrere Studien deuteten bereits darauf hin, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Brustkrebsrisiko von Frauen senkt. Unbekannt war jedoch bislang, wie viel Sport die Frauen in welcher Lebensphase treiben müssen, um von dem Schutzeffekt zu profitieren. Außerdem war wenig erforscht, welche Art von Brusttumoren durch die körperliche Aktivität beeinflusst wird.

Antworten auf diese Fragen geben nun die Ergebnisse der MARIE-Studie: Im Rahmen dieser Untersuchung wurden 3.464 Brustkrebs-Patientinnen und 6.657 gesunde Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren auf Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Brustkrebsrisiko befragt.

Die Teilnehmerinnen der Studie, die unter der Federführung von Professor Jenny Chang- Claude im Deutschen Krebsforschungszentrum und in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf durchgeführt wurde, gaben Auskunft über ihre körperliche Betätigung während zweier Lebensphasen: vom 30. bis zum 49. Lebensjahr sowie vom 50. Lebensjahr an.

Bei der genauen Untersuchung der Art der Brustkrebsfälle stellte sich heraus, dass bei den körperlich aktiven Frauen vor allem solche Tumoren seltener auftreten, die Rezeptoren für die beiden weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron ausbilden.

Solche bösartigen "Hormonrezeptor-positiven" Tumoren machten 62,5 Prozent aller Brustkrebsfälle unter den MARIE-Teilnehmerinnen aus. Andere Tumormarker, wie die Ausbildung des HER2-Rezeptors oder der Grad der Differenzierung der Krebszellen, standen in keinem Zusammenhang mit der körperlichen Aktivität.

Der Effekt der körperlichen Aktivität war unabhängig von Gewichtszunahme, Gesamtenergiezufuhr oder vom Body Mass Index. Die Forscher vermuten daher, dass körperliche Aktivität das Krebsrisiko über hormonelle Mechanismen reduziert, und nicht, wie oft vermutet, lediglich durch eine Reduktion des Körperfetts oder andere Veränderungen der Körperkonstitution.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum