Ein bis drei Personen pro 1.000 erleiden jedes Jahr erstmals eine tiefe Venenthrombose. Wenn dies zu einer Lungenembolie führt, besteht Lebensgefahr. Bekannte Risikofaktoren sind die Immobilisation, Hormongaben und genetische Faktoren. Welchen Einfluss körperliche Bewegung auf das Risiko einer tiefen Venenthrombose hat, ist nur unzureichend untersucht.

In einer Fall-Kontroll-Studie haben Wissenschaftler des Leiden University Medical Center in Leiden nun Patienten mit einer ersten Episode einer tiefen Venenthrombose mit gefäßgesunden Probanden verglichen. 1.136 (31,5 Prozent) der insgesamt 3.608 Patienten berichteten über regelmäßige sportliche Aktivitäten. Bei den gesunden Vergleichspersonen trieben 1.686 (39,7 Prozent) von 4.252 regelmäßig Sport.

Als man die sportlichen mit den weniger oder unsportlichen Kontrollprobanden verglich, zeigte sich, dass Sport das Risiko einer tiefen Venenthrombose signifikant um etwa 36 Prozent (relatives Risiko: 0,64) verringert. Weder Alter noch der Body Mass Index (BMI) konnten diese Risikoreduktion signifikant verändern. Das Interessante: Wie oft man Sport treibt, mit welcher Intensität oder gar welche Sportart hat kaum Einfluss auf die Risikoreduktion. Wichtig ist demnach nur, dass man sich überhaupt bewegt.

Allerdings sind jene Sportarten, bei denen man sich relativ leicht verletzen kann, insgesamt weniger nützlich für die Venen als Sportarten mit geringem Verletzungsrisiko.

Frauen profitieren vom Sport offenbar stärker als Männer. Bei ihnen sinkt das Risiko für eine tiefe Venenthrombose sogar um 64 Prozent, wenn sie Sport treiben. Bei den Männern sind es dagegen nur 22 Prozent. Besonders gefährdet sind übergewichtige Personen, die sich selten bewegen. Ihr Thromboserisiko liegt 4,2-fach höher als bei sportlichen Normalgewichtigen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Thrombosis and Haemostasis 2007, Vol. 5, S. 2186-2192