Studien haben gezeigt, dass körperliche Bewegung die HDL-Cholesterinspiegel signifikant, aber nur mäßig anhebt. Bei körperlicher Bewegung, bei der mindestens 1.200 Kilokalorien pro Woche verbraucht wurden, stieg der HDL-Spiegel um etwa ein bis zwei Milligramm/Deziliter. HDL-Spiegel verbessern sich vor allem bei Probanden mit einem niedrigen Body Mass Index (BMI). In einer Meta-Analyse sollte jetzt untersucht werden, ob es bestimmte Menschengruppen gibt, deren HDL-Cholesterin besonders stark von Bewegung und Sport profitiert.

25 Studien mit insgesamt 1.404 Probanden erfüllten alle Voraussetzungen für diese Meta-Analyse. Insbesondere hatten die Probanden mindestens acht Wochen lang kontrolliert Sport getrieben beziehungsweise sich bewegt. In der Interventionsgruppe hatten die Probanden im Durchschnitt 3.7mal pro Woche Sport betrieben.

Im Durchschnitt stieg der HDL-Cholesterinwert in der Interventionsgruppe während des Studienzeitraums um 2.53 mg/dL an. Dies war statistisch signifikant. Die „Cut-off-Werte“, ab denen sich Sport tatsächlich durch eine HDL-Cholesterinwerterhöhung bemerkbar macht, liegen bei 900 Kilokalorien Verbrauch pro Woche beziehungsweise 120 Minuten Sport.

Die Ausdauer bei der Bewegung ist offenbar wichtiger als die Intensität und die Frequenz der Bewegung. Für jede zehn Minuten, die jemand länger Sport trieb, erhöhte sich der HDL-Wert um durchschnittlich 1.4 mg/dL. Frequenz und Intensität dagegen beeinflussen den HDL-Wert kaum.

Welche Menschen profitieren ganz besonders vom Sport, wenn es um den HDL-Wert geht? Vor allem jene mit wenig Übergewicht oder Normalgewicht beziehungsweise Personen mit einem relativ hohen Wert an Gesamt-Cholesterin. Geschlecht und Basis-HDL-Cholesterinwerte beeinflussen den Anstieg des HDL nicht signifikant.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2007, Vol. 167, S. 999-1008