Das zeigt eine Analyse von Daten der „Cancer Prevention Study II Nutrition Cohort“, an der zwischen 1992 und 2001 mehr als 143.000 Männer und Frauen teilnahmen. Zu Beginn der Untersuchung wurden die Probanden intensiv befragt, unter anderem nach ihren sportlichen Aktivitäten. Demnach unterteilte man die sportlichen Aktivitäten in „leichten Sport“. Dazu gehörten etwa Spazieren gehen und Tanzen. Daneben gab es die moderat bis ausdauernd Sportlichen, die sich zum Beispiel regelmäßig zum Joggen aufmachen, längere Zeit Brustschwimmen oder Tennis spielen.

Während des Nachbeobachtungszeitraums traten in der Kohorte 413 Fälle eines Morbus Parkinson auf. Als man diese Fälle mit der sportlichen Aktivität der Probanden verglich, zeigte sich ein inverser Zusammenhang: So haben jene Männer und Frauen, die sich stark körperlich bewegen – also mindestens 25 Stunden pro Woche (Männer) beziehungsweise 18 Stunden (Frauen) – ein 20 Prozent geringeres Risiko, an einem Morbus Parkinson zu erkranken als die Sportverächter.

Als man schließlich die moderaten und die leichten sportlichen Aktivitäten mit den Nicht-Sportlern verglich, konnten nur die mindestens moderat Beweglichen einen Vorteil für sich verbuchen: Ihr Parkinson-Risiko liegt um 40 Prozent unter jenem der Nicht-Sportler. Wer nur leichten Sport betreibt beeinflusst sein Risiko dagegen in keiner Weise.

Dies bestätigt frühere kleinere Studien, die ebenfalls einen inversen Zusammenhang zwischen Sport und Parkinson-Risiko nachgewiesen hatten. Damit entsteht Morbus Parkinson offenbar im Zusammenspiel von genetischen, Verhaltens- und Umweltfaktoren.

Verschiedenen Fragen bleiben dennoch unbeantwortet: Muss man bereits in der Kindheit sportlich sein, um sein Parkinson-Risiko zu senken, oder kann man auch erst mit 40 Jahren beginnen. Und: Warum senkt moderater Sport das Risiko stärker als starker Sport.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Neurology 59th Annual Meeting Abstract SO3.006