Osteoporotische Frakturen sind weltweit ein wichtiger Grund für Morbidität und Mortalität bei Männern und Frauen, vor allem im höheren Alter. Die Risikofaktoren für eine Osteoporose bei Männern wurden bislang nicht ausreichend untersucht. So ist zum Beispiel nicht bekannt, ob körperliche Bewegung die Osteoporose bei Männern verhindern kann. Bewegung verbessert die Muskelmasse und stärkt das Skelett. Eine positive Wirkung auf die Osteoporose kann also angenommen werden, ist bislang aber nicht bewiesen.

Nun haben sich schwedische Forscher des Universitätskrankenhauses in Uppsala mit dieser Frage beschäftigt. 2.205 Männer im Alter zwischen 49 und 51 Jahren nahmen daran teil. Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum betrug 35 Jahre! Zu Beginn der Studie und dann immer wieder in regelmäßigen Abständen gaben die Probanden Auskunft über verschiedene Faktoren ihres Lebensstils. So gaben sie zum Beispiel Einblick in ihre körperliche Beweglichkeit, berichteten also über sportliche Aktivitäten.

Während des Nachbeobachtungszeitraums erlitten 482 Männer eine Fraktur. Als man diese Daten mit den Angaben zur sportlichen Betätigung der Männer verglich, zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Männer, die sich kaum bewegten oder allenfalls zum Spaß Fahrrad fuhren beziehungsweise Spazieren gingen hatten ein wesentlich höheres Risiko für einen Oberschenkelhalsbruch als Männer, die wenigstens drei Stunden pro Woche Sport trieben.

Bis zum Ende des Untersuchungszeitraums hatten sich tatsächlich 20,5 Prozent der unsportlichen Männer den Oberschenkelhals gebrochen, aber nur 13,3 Prozent der Männer, die sich mäßig bewegten und 8,4 Prozent der Sportlichen. Daraus lässt sich errechnen: Ein Drittel aller Oberschenkelhalsbrüche könnten man vermeiden, wenn alle Menschen ausreichend Sport treiben würden.

MEDICA.de; Quelle: PloS Medicine 2007, Vol. 4, S. e199, e222