Trotz blutiger Handschuhe können operierende Chirurgen dadurch schnell eine Videokonferenz mit einem Kollegen draußen durchführen oder ein Protokoll aufnehmen, teilte das HPI mit.

Ausprobiert haben die sechs künftigen IT-Ingenieure aus dem 7. Semester ihre Spracheingabe in einem Operationssaal der Berliner Charité. "Wir haben verschiedene berührungslose Eingabetechniken auf ihre Eignung geprüft und verworfen. Das Problem, dass die sterilen Handschuhe der Operateure nicht durch Tastatur- und Maus-Bedienung verunreinigt werden dürfen und andererseits Blut und Bakterien aus dem offenen Körper des Patienten diese Computer-Eingabegeräte kontaminieren könnten, ist einfach am besten mit der Spracheingabe zu lösen", berichtete HPI-Student Hendrik Jablonski. Betreut wurden sie von den Charité-Spezialisten Dr. Georgi Graschew und Dr. Theo Roelofs. Auf Seiten des HPI leitete Prof. Christoph Meinel die Studenten wissenschaftlich an.

Es lassen sich auch ganz normale Computerprogramme mit der neuen Spracheingabe steuern. Für den Einsatz im OP muss sie lediglich einmalig konfiguriert werden. "Ein Karten-Lesegerät, mit dem Benutzer per Chipkarte oder Sender am Handgelenk erkannt werden, gewährleistet, dass nur Befugte die OP-Computer auf diese Art steuern dürfen", betont HPI-Student Andreas Lintow. Zusätzlich können ganz persönliche Programmeinstellungen gespeichert und an jedem beliebigen Computer, auf dem diese Spracherkennung läuft, wieder hergestellt werden. Egal wo er arbeitet, findet der Arzt dadurch seine auf ihn persönlich angepasste Arbeitsumgebung vor.

MEDICA.de; Quelle: Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)