Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) trifft etwa 80 Prozent aller Männer im Alter zwischen 70 und 80 Jahren. Sie kann die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Einige Studien haben die Rolle der Ernährung bei der Entstehung einer benignen Prostatahyperplasie beleuchtet. Doch die Daten sind inkonsistent. Man weiß zum Beispiel nicht genau, welche Rolle ungesättigte Fettsäuren dabei spielen.

Etwas mehr Licht in diese Angelegenheit sollte jetzt eine Studie bringen, in der bei Männern retrospektiv mit Hilfe von Fragebögen die Rolle der Nahrungsaufnahme in Bezug auf das Entstehen einer BPH beleuchtet wurde.

1.369 Männer im Alter unter 75 Jahren nahmen an dieser Studie teil. Alle hatten sich wegen einer BPH operieren lassen. In 80 Prozent der Fälle war eine transurethrale Resektion der Prostata vorgenommen worden, in 18 Prozent der Fälle fand eine offene Prostatektomie statt. 1.451 Männer im Alter unter 75 Jahre dienten als Kontrollgruppe.

Als man die Daten der Nahrungs-Fragebögen mit den BPH-Daten verglich, zeigte sich ein unerwartetes Ergebnis: Männer, die viel Stärke zu sich nahmen, hatten ein signifikant höheres Risiko, an einer BPH zu erkranken. Das Risiko in der höchsten Quintile in Bezug auf die Stärke-Aufnahme war um 51 Prozent höher als in der untersten Quintile. Die wichtigste Quelle für Stärke waren bei den Männern übrigens weißes Brot, Pasta und Reis.

Anders das Bild bei mehrfach ungesättigten Fettsäuren und der Linolsäure: Das relative Risiko für eine BPH ist in der obersten Quintile um 28 Prozent beziehungsweise 27 Prozent geringer als in der untersten Quintile.

In Bezug auf Proteine, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin sowie andere Stoffe konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang mit dem BPH-Risiko entdecken.

Trotz dieses klaren Ergebnisses plädieren die Wissenschaftler für weitere Studien, um den Zusammenhang zwischen Ernährung und BPH weiter zu erhellen.

MEDICA.de; Quelle: Urology 2006, Vol. 67, S. 1205-1211