Bei einem Multiplen Myelom verdrängen die wuchernden Plasmazellen andere Blutzellen im Knochenmark und zerstören den Knochen. Dadurch kann es zu schmerzhaften Knochenbrüchen an Arm oder Bein kommen. Vor allem aber brechen immer wieder Wirbelkörper ein, was mit starken Schmerzen verbunden sein kann.

"Die Lebenserwartung von Patienten mit Multiplem Myelom hat sich in den vergangenen Jahren durch neue Medikamente und die Stammzell-Transplantation erheblich verbessert", erklärt Dr. Felix Zeifang, Oberarzt der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Bei Patienten, die in der Heidelberger Sektion "Multiples Myelom" behandelt werden, beträgt sie im Durchschnitt etwa 7 Jahre.

Die Heidelberger Spezialisten untersuchten in einer klinischen Studie, welche Rolle die chirurgische Stabilisation der maroden Knochen für das Behandlungsergebnis und die Lebensqualität des Patienten spielt. An der Studie nahmen insgesamt 83 Patienten über einen Zeitraum von 12 Jahren teil, die sich wegen schmerzhafter Knochenbrüche und drohender neurologischer Komplikationen einem Eingriff unterzogen. Die Heidelberger Ärzte stellten fest, dass die Schmerzen bei den meisten Patienten nachließen; auch Beeinträchtigungen von Nervenfunktionen nach Brüchen der Wirbelkörper waren meist rückläufig. Die Eingriffe wiesen zudem eine sehr geringe Komplikationsrate auf.

"Die Studie konnte zeigen, dass aufgrund der verhältnismäßig langen Lebenserwartung der Myelompatienten und der geringen Komplikationsrate der Operationen möglichst eine langfristig stabile Versorgung angewendet werden sollte", so Zeifang.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg