Stammzellen brauchen Stickoxyd

Foto: Knochenmarkstammzelle

Mikroskopische Darstellung von
fluoreszierenden Knochemark-
stammzellen © Uni Rostock

Stammzellen helfen bei der Reparatur beschädigter Areale im Herzmuskel - der Nachweis dieser Fähigkeit von Stammzellen ist von Herzchirurgen schon mehrfach erbracht worden. Welche Vorgänge dabei genau ablaufen, ist hingegen immer noch Gegenstand intensiver Forschungsarbeiten. "Wir kommen mit unseren Untersuchungen immer weiter", sagt Dr. Alexander Kaminski von der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Rostock.

Er untersuchte das Fließverhalten der Stammzellen im Körper: Wie bewegen sie sich, warum lagern sie sich an bestimmten Stellen an, an anderen nicht? "Rolling" und "Homing" sind dabei entscheidende Verhaltensweisen. "Rolling" meint die Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit, "Homing" das aktive Anlagern einer Stammzelle an eine bestimmte Stelle eines Gefäßes für einen späteren Übertritt in das Gewebe dahinter. "Wir versuchen zu erklären, warum die Zellen gerade an diesen Stellen bleiben", so Kaminski.

Um neuen Erkenntnissen zu gelangen, beobachtete er das Fließverhalten der Stammzellen mittels "intravitaler Fluoreszens-Mikroskopie". "Dabei beobachteten wir das 'Rolling' und 'Homing' von Stammzellen und erkannten auch die Gründe für ihr Verhalten", so Dr. Kaminski. Bekannt war, dass für das Anlagern von Stammzellen eine Entzündung oder ein Trauma im Gewebe und der so genannte Homing-Faktor ausschlaggebend waren. Nun fand Kaminskis heraus, dass unter anderem ein Enzym in der Gefäßwand, das Stickoxyd produziert, zu den Voraussetzungen gehört.

MEDICA.de; Quelle: Universität Rostock