Diesen Therapieansatz verfolgt die Arbeitsgruppe von Dr. Philip Kasten, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Dem Patienten werden während einer Narkose Stammzellen entnommen und nach Aufbereitung in hoher Konzentration wieder implantiert. Die körpereigenen Stammzellen werden durch die Zugabe von Wachstumsfaktoren vermehrt und mit resorbierbaren Knochenersatzstoffen kombiniert, die den Knochendefekt auffüllen. Dabei wird auch der neuartige Knochenersatzstoff, das Calcium- defiziente Hydroxylapatit, das dem natürlichem Knochengewebe besonders nahe kommt, verwendet.

"Der Einsatz von Stammzellen zur Regeneration von Knochen kann nach ersten Erfahrungen einen großen Fortschritt bedeuten und bei zahlreichen orthopädischen Operationen entscheidend zur Heilung beitragen", erklärt der Professor Dr. Volker Ewerbeck, Vorsitzender des Vorstands und ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Und: "Durch unsere neue Technik können die Patienten eine größere Operation vermeiden und von einem minimal-invasiven Verfahren profitieren."

Ziel der Heidelberger Arbeitsgruppe ist es, die Stammzellen direkt im OP aufzubereiten: Die Zellen werden dabei aus dem Knochenmark der Beckenschaufel entnommen und die Stammzellen in einer speziellen Zentrifuge direkt im Operationssaal gewonnen. So können die Patienten während einer einzigen Narkose mit Stammzellen behandelt werden - auch im Rahmen eines ambulanten Eingriffs. Die ansonsten übliche Methode ist, dass die Stammzellen in Labors vermehrt und dann in einer zweiten Operation eingesetzt werden.

Die Stammzellbehandlung wird derzeit in von der Ethikkommission genehmigten klinischen Studien an Patienten mit nicht verheilten Knochenbrüchen sowie Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes verwendet.

MEDICA.de; Quelle: Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg