Stammzellquelle im Gaumen entdeckt

Foto: MRI vom Gehirn

Vielleicht können die Zellen einmal
Parkinson und Alzheimer heilen;
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Es handelt sich um Neuralleisten-Stammzellen, die sich im so genannten Zäpfchen und in den Gaumenkämmen hinter den Zähnen befinden. Die daraus isolierten Stammzellen weisen Merkmale der "Pluripotenz" auf, das heißt, sie können sich auf verschiedene Weise entwickeln. Von den Forschern konnten sie erfolgreich im Labor gezüchtet und in spezialisierte Zelltypen wie Nervenzellen verwandelt werden. Auch bei erwachsenen Menschen konnte die Existenz solcher Stammzellen erfolgreich nachgewiesen werden.

Von diesen regenerativen und leicht zugänglichen Zellen erhoffen sich die Wissenschaftler neue Möglichkeiten der Behandlung von zahlreichen, auch degenerativen Erkrankungen des Kopfes wie zum Beispiel Verletzungen von Gesicht und Schädelknochen, Tumoren und chronische Mittelohrentzündung, aber langfristig vielleicht auch Alzheimer und Parkinson.

Die Zellen bringen im Rahmen der Entwicklung der Kopf- und Nackenregion der Säuger ein erstaunlich breites Spektrum an Zelltypen hervor, unter anderem Knochenzellen und Nerven. Sie können sowohl während der Entwicklung als auch beim adulten Individuum nachgewiesen werden.

An der Entdeckung der Zellen waren neben den Forschern vom Lehrstuhl für Zellbiologie der Universität Bielefeld Wissenschaftler vom Institut für Zellkulturtechnologie der Universität Bielefeld sowie der HNO- Klinik des Klinikums Bielefeld und der Universitätsklinik Frankfurt am Main beteiligt.

MEDICA.de; Quelle: Universität Bielefeld