Stammzelltransplantation verbessert die Prognose

Wenn Geschwister von ALL-Patien-
ten mit Stammzellen aushelfen, ist
die Prognose gut; © NCI Visuals

"Die Heilungschancen bei der häufigsten Leukämieform im Kindesalter, der akuten lymphatischen Leukämie (ALL), liegen inzwischen bei etwa 80 Prozent. Dennoch gibt es eine kleine Gruppe von Patienten, bei denen die üblichen, bei Leukämie wirksamen Medikamente nicht oder nur vorübergehend ansprechen", erläutert Prof. Dr. Martin Schrappe, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

In der von Schrappe geleiteten Studie wurde prospektiv über fünf Jahre untersucht, ob Kinder mit ALL, die ein passendes Geschwister als Spender haben, von der Transplantation langfristig profitieren. Die Patienten wurden nach weitgehend einheitlichen Behandlungsplänen vorbehandelt.

Die Übertragung von Blutstammzellen von Gesunden durch Knochenmarktransplantation auf leukämiekranke Patienten ist seit mehr als drei Jahrzehnten auch bei Kindern eine mögliche Therapie. Dennoch ist sie im Vergleich zur medikamentösen Behandlung mit mehr Komplikationen verbunden, weil das Immunsystem des Empfängers stark unterdrückt werden muss, damit die Blutstammzellen des Spenders korrekt funktionieren.

Bei der Untersuchung der 350 Kinder ließ sich zeigen, dass die Transplantation von Blutstammzellen von Geschwistern die Heilungschancen verbessert. Dieser Unterschied werde mit der Zeit immer deutlicher, so das Ergebnis der Studie. Dies sei ein wesentlicher Hinweis darauf, dass prinzipiell eine Hochrisiko-Leukämie durch diese zelluläre Immuntherapie heilbar ist.

Allerdings musste festgestellt werden, dass zu Beginn der Studie die Transplantation für die Patienten, die von nicht-verwandten Spendern transplantiert wurden, die nachfolgenden Komplikationen oft nicht beherrschbar waren. Ende der 90er Jahre ergaben sich dann neue Möglichkeiten der Gewebetypisierung, die die Zuteilung von Spendern zu Empfängern wesentlich verbesserten und zu einer geringeren Komplikationsrate beitrugen, folgerten die Forscher.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein