Standards in Diagnostik und Therapie

Bipolare – manisch-depressive – Störungen sind schwerwiegende, häufig rezidivierend verlaufende psychiatrische Erkrankungen, die etwa drei Prozent der Bevölkerung treffen und sich häufig bereits im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter manifestieren. Seit neuestem ist die erste evidenz- und konsensbasierte Leitlinie zur Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen für Deutschland öffentlich zugänglich.

Initiiert von der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) wurde die Leitlinie in einem gemeinsamen Projekt mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) sowie mit Unterstützung durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) entwickelt.

In der Leitlinie werden detailliert Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung Erkrankter dargestellt und Voraussetzungen für eine bestmögliche Versorgung formuliert. „Mit der Veröffentlichung der Leitlinie beginnt nun der Prozess der Verbreitung und Einführung in die Praxis“, sagt Projektleiter Professor Michael Bauer. „Wir erhoffen uns eine konstruktive Diskussion mit den Nutzern, um das Ziel einer Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Bipolaren Störungen zu erreichen“ ergänzt die Projektkoordinatorin Professor Andrea Pfennig.

Die an der Entstehung beteiligten Vertreter von Patienten- und Angehörigenverbänden sowie von Organisationen der professionell an der Versorgung von Menschen mit Bipolaren Störungen Beteiligten haben über Jahre mit ihrem ehrenamtlichen Engagement dazu beigetragen, eine Leitlinie im Sinne dieses Trialog-Gedankens zu schaffen. Neu für eine Leitlinie ist ein Kapitel „Trialog, Wissensvermittlung und Selbsthilfe“ in dem für Patienten mit bipolaren Störungen und deren Angehörige Empfehlungen und Statements zu den Themenbereichen Trialog, partizipative Entscheidungsfindung, Wissensvermittlung und Selbsthilfe sowie Familienhilfe formuliert sind.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS)